Legislaturperioden von Tony Blair

6. Mai 2005, 14:23
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Irak-Konflikt überschattete zweite Amtszeit

London - Vor acht Jahren errang Tony Blairs Labour Party eine überwältigende Mehrheit im Londoner Unterhaus. Vor vier Jahren konnte der britische Premierminister einen ähnlichen Erfolg verbuchen, am Donnerstag wurde er mit einer deutlich geschrumpften Mehrheit für eine dritte Amtszeit bestätigt. Im folgenden eine Chronologie der bisherigen Legislaturperioden Blairs, von denen die zweite überwiegend vom Irak-Krieg dominiert wurde.

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1. Mai 1997: Nach 18-jähriger konservativer Regierung erringt die Labour Party unter Tony Blair einen Erdrutschsieg. Sie gewinnt bei der Unterhauswahl 419 von 659 Sitzen.

September 1997: Bei Volksabstimmungen in Schottland und Wales sprechen sich die Wähler für die Einrichtung von Regionalparlamenten aus. Damit kann Blair sein Wahlversprechen einer stärkeren Dezentralisierung erfüllen.

10. April 1998: Katholische und protestantische Politiker in Nordirland einigen sich unter britischer und irischer Vermittlung auf das so genannte Karfreitagsabkommen, das eine All-Parteien-Regierung in Belfast vorsieht.

März 1999: Großbritannien unterstützt die Luftangriffe der NATO auf Serbien zur Beendigung des Kosovo-Kriegs und schickt später mehrere tausend Soldaten zum Friedenseinsatz in die überwiegend von Albanern bewohnte serbische Provinz.

20. Mai 2000: Blairs viertes Kind, Leo, wird geboren. Es ist das erste Mal seit 1848, dass ein amtierender Premierminister Vater wird.

7. Juni 2001: Blair gewinnt zum zweiten Mal einen Erdrutschsieg mit 413 von 659 Mandaten. Die Wahlbeteiligung erreicht mit 59 Prozent ihren tiefsten Stand seit 1918.

Oktober 2001: Einen Monat nach den Terroranschlägen vom 11. September beteiligen sich britische Truppen am Kriegseinsatz der USA gegen Afghanistan, um die Taliban zu stürzen und das Terrornetzwerk Al Kaida zu schwächen.

April 2002: Blair besucht US-Präsident George W. Bush auf dessen Ranch in Texas und erörtert mit ihm die Möglichkeit eines Militärschlags gegen den irakischen Präsidenten Saddam Hussein.

18. März 2003: Zwei Tage vor Beginn des Irak-Kriegs stimmt das Unterhaus nach monatelanger Debatte für eine Beteiligung Großbritanniens. 45.000 Soldaten werden für den Einsatz bereit gestellt.

18. Juli 2003: Der Waffenexperte und Regierungsberater David Kelly wird tot aufgefunden. Er beging offenbar Selbstmord, nachdem er im Gespräch mit einem BBC-Journalisten Blair vorgeworfen hatte, Angaben über vermeintliche irakische Massenvernichtungswaffen aufgebauscht zu haben.

19. Oktober 2003: Gut fünf Monate nach seinem 50. Geburtstag wird Blair wegen unregelmäßigen Herzschlags im Krankenhaus behandelt.

28. Januar 2004: Der Untersuchungsausschuss zum Tod Kellys unter Lord Hutton spricht die britische Regierung vom Vorwurf unehrenhaften Verhaltens frei.

14. Juli 2004: Ein weiterer Untersuchungsausschuss unter Lord Butler entkräftet ebenfalls den Vorwurf, die Regierung habe vor dem Irak-Krieg bewusst Fakten verdreht. Er beschuldigt jedoch die Geheimdienste der Verbreitung unzutreffender Informationen.

18. November 2004: Großbritannien verbietet die Hetzjagd mit Hunden auf Füchse - ein Thema, das über Jahre hinweg für heftige innenpolitische Kontroversen gesorgt hat.

6. Februar 2005: Blair übertrifft Harold Wilson als am längsten amtierender Premierminister der Labour Party.

5. April 2005: Blair ruft Parlamentswahlen am 5. Mai aus.

5. Mai 2005: Einen Tag vor Blairs 52. Geburtstag gewähren die Wähler ihm eine dritte Amtszeit, allerdings mit einer stark geschrumpften Mehrheit im Londoner Unterhaus. Blair ist der erste Labour-Politiker überhaupt, der drei Wahlsiege in Folge schafft. (APA/AP)

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