EU ruft zu nationaler Versöhnung auf

9. Mai 2005, 16:36
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Kommission will neue Regierung nach ihrer Menschenrechtspolitik bewerten - UNHCR: 22.600 Menschen geflohen

Brüssel - Die EU hat die Konfliktparteien in Togo zur Versöhnung aufgerufen und will die weitere Entwicklung in dem westafrikanischen Land genau beobachten. "Es ist unerlässlich, dass Togo den Weg der nationalen Versöhnung einschlägt", erklärte EU-Entwicklungskommissar Louis Michel am Freitag in Brüssel. Er hoffe, dass die nächsten politischen Schritte zu einem Dialog führten. Die EU werde die neue togolesische Regierung in Bezug auf deren Einhaltung der Menschenrechte bewerten. 1993 hatte die EU die meisten ihrer Hilfsprogramme für Togo wegen der Politik des früheren Präsidenten Gnassingbé Eyadéma eingestellt. Eyadéma war im Februar gestorben. Am vergangenen Mittwoch war sein Sohn Faure Gnassingbé als neuer Präsident vereidigt worden.

in der zwischenzeit berichtete das UN-Flüchtlingshochkommissariat (UNHCR), dass noch immer viele Menschen wegen der allgemein unsicheren Lage aus dem westafrikanischen Togo fiehen würden. Das Flüchtlingshochkommissariat registrierte seit den umstrittenen Wahlen und den blutigen Unruhen vergangener Woche 22.600 Flüchtlinge in den Nachbarländern Benin und Ghana, teilte am Freitag UNHCR-Sprecher Ron Redmond in Genf mit. Die meisten Flüchtlinge seien von Angehörigen und Freunden aufgenommen worden.

Der Flüchtlingsstrom scheine aber abzunehmen, sagte Redmond. In den vergangenen zwei Tagen seien weniger Menschen als bisher über die Grenzen der Nachbarländer gekommen. Gestern waren es 355 in Hilakondji in Benin an und 218 in Aflao in Ghana. (APA/dpa)

(APA/AP)

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