Reaktionen: Chirac wünscht Blair "viel Erfolg"

10. Mai 2005, 06:18
1 Posting

Gusenbauer: "Erfolg von historischem Ausmaß" - Schüssel: "Bemerkenswertes Beispiel" - Glückwunschtelegramm von Berlusconi - Zapatero: "Stolz und zufrieden"

Berlin/Wien/Brüssel/Stockholm - Der französische Staatspräsident Jacques Chirac hat dem britischen Premierminister Tony Blair "herzlichst" zu dessen Wahlsieg gratuliert und dem Regierungschef viel Erfolg gewünscht. Chirac betonte in seinem Schreiben vom Freitag den "Geist des Vertrauens" sowie die Nähe zwischen Paris und London.

Zu den zahlreichen gemeinsamen Herausforderungen gehörten der weitere Aufbau Europas sowie der Kampf gegen die Armut und für eine nachhaltige Entwicklung. Großbritannien werde Frankreich während der EU- und G-8-Präsidentschaft in diesem Jahr an seiner Seite finden. Chirac verband dies mit Glückwünschen zum 52. Geburtstag Blairs am Freitag.

Schröder: "Auf meine Unterstützung darfst du zählen"

Der deutsche Bundeskanzler Gerhard Schröder hat Englands Premierminister Tony Blair zu dessen Wahlsieg bei der britischen Parlamentswahl gratuliert. "Ich denke, mit deinem Wahlsieg hast du dir selbst das größte Geburtstagsgeschenk gemacht", schrieb Schröder in einem Glückwunschschreiben. Er spielte damit auf Blairs 52. Geburtstag an diesem Freitag an.

Großbritannien werde in diesem Jahr mit der EU- und G8-Präsidentschaft große Verantwortung übernehmen. Dafür wünschte Schröder Blair viel Erfolg. "Auf meine Unterstützung darfst du zählen." Gusenbauer: "Erfolg von historischem Ausmaß"

SPÖ-Chef Alfred Gusenbauer hat dem britischen Premierminister Tony Blair und der sozialdemokratischen Schwesterpartei Labour zum Sieg bei den britischen Parlamentswahlen vom Donnerstag gratuliert. Es handle sich um einen "Erfolg von historischem Ausmaß", schreibt Gusenbauer in einer SPÖ-Aussendung am Freitag. Labour sei es nämlich erstmals in ihrer mehr als 100-jährigen Geschichte gelungen, drei Mal in Folge bei Parlamentswahlen zu siegen.

Blair sei es trotz der heftigen Kritik an ihm im Zusammenhang mit dem Irak-Krieg offenbar gelungen, "die britische Bevölkerung mit seinen erfolgreichen Reformen in der Bildungs-, Gesundheits-, Wirtschafts- und Arbeitsmarktpolitik zu überzeugen, dass Großbritannien unter seiner Führung in eine bessere Zukunft geht", sagte Gusenbauer. Matznetter gratuliert Schatzkanzler Brown

SPÖ-Budget- und Finanzsprecher Christoph Matznetter gratulierte indes dem britischen Schatzkanzler Gordon Brown zum Labour-Wahlsieg. Blairs Partei habe trotz der Beteiligung am Irak-Krieg erneut das Wählervertrauen gewinnen können, "weil die Finanz- und Wirtschaftspolitik unter der Federführung von Brown überzeugt hat", betonte Matznetter in einer SPÖ-Aussendung.

Die Labour-Regierung habe mit hohen Investitionen in das Gesundheits- und Bildungssystem sowie in die Infrastruktur bewiesen, dass sozialdemokratische Politik "um Klassen besser" für die Wirtschaft wirke als alle neoliberalen und neokonservativen Konzepte. Die Arbeitslosigkeit sei halbiert worden, das Wirtschaftswachstum liege deutlich über drei Prozent und die Kaufkraft der Briten sei gestärkt worden, weil die untersten Einkommen viel stärker gewachsen seien als die obersten Einkommen. Österreich könne "auf Grund einer völlig gegenteiligen Politik von Schüssel und Grasser" von solchen Entwicklungen nur träumen, so Matznetter. Die SPÖ verfolgte in ihrem Wirtschaftsprogramm "ähnliche Zielsetzungen und Vorschläge" wie Brown.

Schüssel gratuliert "verlässlichem Partner"

Bundeskanzler Wolfgang Schüssel (V) hat dem britischen Premierminister Tony Blair "sehr herzlich" zum Erfolg seiner Labour Party bei der Unterhauswahl am Donnerstag gratuliert. Dieser neuerliche Sieg nach 1997 und 2001 sei "ein bemerkenswertes Beispiel an politischer Kontinuität in Europa", schreibt der ÖVP-Chef in einer Aussendung des Bundeskanzleramts am Freitag.

Schüssel bezeichnete den Sozialdemokraten Blair als "verlässlichen Partner für Österreich und Europa". "Österreich und Großbritannien werden gerade in den kommenden Monaten im Rahmen der aufeinander folgenden EU-Präsidentschaften intensiv zusammen arbeiten", sagte Schüssel mit Blick auf die österreichische Ratspräsidentschaft im ersten Halbjahr 2006, die auf die britische im zweiten Halbjahr 2005 folgt. Berlusconi: Blair wurde für seine Politik "belohnt"

Der italienische Ministerpräsident Silvio Berlusconi hat seinem britischen Amtskollegen Tony Blair zu dem "außerordentlichen Resultat" bei der Londoner Unterhauswahl vom Donnerstag gratuliert. Das Ergebnis "lässt dich in die Geschichte eingehen und belohnt deine politische Linie und jene deiner Mannschaft", schreibt Berlusconi in einem Glückwunschtelegramm.

"Du bist ein Beispiel für uns alle, damit was du in den vergangenen acht Jahren getan hast, und sicher auch in der Zukunft tun wirst", wünschte Berlusconi seinem "lieben Tony" auch alles Gute zu dessen 52. Geburtstag am Freitag. Berlusconi und Blair gehören zu den treuesten Verfechtern der US-amerikanischen Irak-Kriegspolitik in Europa und haben daher seit mehr als zwei Jahren mit heftigem innenpolitischem Gegenwind zu kämpfen. Zapatero ist "stolz und zufrieden"

Der spanische Ministerpräsident Jose Luis Rodriguez Zapatero hat sich "stolz und zufrieden" mit dem Wahlsieg der britischen Labour-Party bei der Unterhauswahl gezeigt. Zapatero übermittelte seinem britischen Amtskollegen Tony Blair die "aufrichtigsten und herzlichsten Glückwünsche" zu dessen dritten Wahlsieg als Labour-Führer. Zugleich bot er der britischen EU-Ratspräsidentschaft im zweiten Halbjahr 2005 die entschlossene Unterstützung Spaniens an, um "Ziele zum Wohle der gesamten Union zu erreichen". Die internationalen Herausforderungen, insbesondere in Europa, machten es "äußerst erforderlich, dass unsere beiden Länder vereint und in voller Kooperation zusammenarbeiten".

Die Beziehung zwischen den beiden sozialdemokratischen Regierungen in Madrid und London gilt als unterkühlt. Zapatero war nach seinem Wahlsieg im vergangenen März aus der Irak-Kriegsallianz ausgeschert, innerhalb derer der frühere konservative spanische Regierungschef Jose Maria Aznar eng mit Blair zusammengearbeitet hatte. Außerdem streiten Großbritannien und Spanien über den Umfang des künftigen EU-Budgets. London unterstützt den Vorstoß der fünf EU-Nettozahler Deutschland, Niederlande, Schweden, Frankreich und Österreich, das EU-Budget auf dem bisherigen Niveau einzufrieren. Spanien kämpft als größter EU-Nettoempfänger vehement gegen solche Pläne.

Persson: "Wichtiger Partner" bleibt erhalten

Der schwedische Ministerpräsident Göran Persson hat am Freitag in der Früh seinem Amtskollegen und Parteikollegen Tony Blair zum neuerlichen Wahlsieg in Großbritannien gratuliert. Persson betonte in seinem Glückwunsch-Schreiben, Schweden bleibe durch die Wiederwahl der Labour-Regierung "ein wichtiger Partner in der europäischen und internationalen Zusammenarbeit" erhalten.

Das britische Wahlresultat zeige die Unterstützung der Bevölkerung für eine Politik, die Wirtschaftsentwicklung mit sozialer Gerechtigkeit kombiniere, so Persson. Das Engagement der Regierung Blairs bedeute viel für die "großen Herausforderungen unserer Zeit": eine starke UNO zu schaffen, die EU durch neue Mitglieder zu erweitern, die Armut zu bekämpfen und der Klimaveränderung entgegenzuwirken, so der schwedische Regierungschef. Barroso: "Enge Zusammenarbeit für Erfolg der EU unabdingbar"

EU-Kommissionspräsident Jose Manuel Barroso hat dem britischen Premierminister Tony Blair am Freitag zu dessen Wiederwahl gratuliert. Er freue sich auf die Zusammenarbeit mit Blair, insbesondere während der britischen EU-Präsidentschaft in der zweiten Jahreshälfte, erklärte Barroso in Brüssel. "Unsere enge Zusammenarbeit ist für den Erfolg der Europäischen Union unabdingbar", erklärte der Kommissionspräsident weiter.

(APA/dpa)

Share if you care.