Dresden: Straßenschlacht zwischen Polizei und rund 1000 Jugendlichen

8. Mai 2005, 18:07
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Jugendliche griffen Polizei an - über 100 Verletzte - kein politischer Hintergrund

Dresden - Bei Zusammenstößen zwischen rund 1000 teilweise stark alkoholisierten Jugendlichen und der Polizei in Dresden sind in der Nacht zum Freitag über 100 Menschen verletzt worden, darunter etwa 41 Polizisten. Etwa 50 Personen wurden vorläufig festgenommen. Ein politischer Hintergrund wurde ausgeschlossen.

Herrentagsfeiern

Ausgangspunkt der Randale waren traditionelle Herrentagsfeiern. Am frühen Donnerstagabend wurde die Polizei um 17.34 Uhr wegen einer Schlägerei zum ersten Mal an das Königsufer gerufen . Zu diesem Zeitpunkt waren rund 300 Jugendliche dort.

"Als die Polizisten eintrafen, wurden sie sofort mit Leuchtraketen, Flaschen und Steinen beworfen", erklärte ein Beamter. 30 bis 40 Jugendliche versuchten, den Lkw einer Cateringfirma umzukippen, ein anderes Fahrzeug wurde angezündet, auch ein Polizeifahrzeug wurde beschädigt. Mit einbrechender Dunkelheit eskalierten dann die Übergriffe. Die Zahl der Jugendlichen stieg im Laufe des Abends auf 1.000 an. Die Jugendlichen waren überwiegend etwa 20 Jahre alt. Den rund 200 Polizisten gelang es erst nach mehreren Stunden, die Lage unter Kontrolle zu bringen.

Wegen der schnell anwachsenden Zahl an verletzten Jugendlichen errichtete die Rettungsleitstelle der Feuerwehr ein Zelt. Die Verletzten mussten vor allem wegen Platzwunden behandelt werden.

Polizei von Gewalt überrascht

Die Polizei erklärte, von den Krawallen selbst überrascht worden zu sein. Die Veranstaltung am Elbufer war nicht angemeldet und die Gewaltbereitschaft der Jugendlichen war im Vorfeld nicht erkennbar. Die Feuerwehr musste zwei Mal ausrücken und konnte nur unter Polizeischutz kleinere Brände löschen, da auch die Feuerwehrmänner mit Flaschen beworfen wurden, erklärte ein Sprecher der Polizei.(APA/AP)

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