Deutschland teilt Österreichs Schicksal

6. Mai 2005, 14:35
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Nach 1:5-Pleite gegen die Schweiz kommt es heute zum Treffen der Nachbar­länder in der Relegation - Kanada schlägt USA

Wien/Innsbruck - Die Relegation der Eishockey-Weltmeisterschaft startet am Freitag (16:15 Uhr) in der Wiener Stadthalle mit der brisantesten Partie, dem ewigen Duell zwischen Österreich und Deutschland. Die Deutschen mussten sich am Donnerstag im letzten Spiel der Vorrunden-Gruppe D im Spiel um den Aufstieg der Schweiz mit 1:5 (1:1,0:1,0:3) geschlagen geben und verpassten damit erstmals seit dem Wiederaufstieg 2000 die Zwischenrunde. In der Gruppe B in Innsbruck setzte sich Kanada im Nordamerika-Schlager dank dreier Punkte vom angehenden WM-Superstar Rick Nash gegen die USA mit 3:1 durch.

Erster WM-Erfolg gegen Deutschland seit 71 Jahren?

Für die Österreicher steigt damit gleich zum Auftakt der Schlager im Kampf gegen den Abstieg. Die Mannschaft von Herbert Pöck hat dabei die Chance, eine lange Negativ-Serie gegen Deutschland zu beenden. Seit 71 Jahren, seit einem 2:1-Erfolg 1934 in Mailand, hat keine ÖEHV-Auswahl bei einer WM eine deutsche Mannschaft geschlagen. "Das ist ein Duell zweier verunsicherter Mannschaften. Die Nerven werden entscheiden. Heute war die Partie am Anfang ausgeglichen, am Schluss war die Schweiz klar besser", erklärte Österreichs Teamchef Herbert Pöck. Die weiteren Gegner sind in Innsbruck Dänemark (Sonntag, 12:15) und Slowenien (Mittwoch, 20:15).

Starkes Powerplay der Schweizer

Die Schweiz sicherte sich im Powerplay den Aufstieg. Ivo Rüthemann brachte die Truppe von Ralph Krueger gleich im ersten Überzahl-Spiel in Führung (6.). Deutschland gelang zwar durch Sebastian Furchner mit ihrem erst zweiten Treffer im Turnier der Ausgleich (16.), doch die Schweizer zeigten weiter Effizienz im Powerplay. Nach einer herrlichen Kombination brauchte Martin Plüss die Scheibe nur noch aus kurzer Distanz über die Linie zu schieben (29.). Patrick Fischer (49.) und neuerlich Plüss (53.) sorgten mit jeweils einem Mann mehr auf dem Eis vorzeitig für klare Verhältnisse. Den Schlusspunkt setzte Beat Forster, als der deutsche Teamchef Greg Poss in Überzahl bereits in der 53. Minute den Torhüter vom Eis genommen hatte.

Bode Miller in Innsbruck

Währenddessen setzte sich Titelverteidiger Kanada in der erstmals restlos ausverkauften Innsbrucker Olympiahalle (7.200 Zuschauer) zum 43. Mal in 51 WM-Begegnungen gegen die USA durch. Das Spitzenspiel wurde erst ab dem Mitteldrittel den Erwartungen gerecht, davor hatte lediglich US-Skistar Bode Miller für gute Unterhaltung gesorgt.

Der Weltcup-Gesamtsieger erschien mit einem USA-Jersey, seine neue Freundin Kate aus Kanada kam standesgemäß im roten Trikot mit dem Ahornblatt auf der Brust. Als sie gemeinsam auf dem Innsbrucker Videowürfel in einem roten Herz mit dem Untertitel "Kiss me" eingeblendet wurden, zögerte Miller keine Sekunde und schritt zur Tat.

Sechster Treffer von Jungstar Nash

Dann bewies Jungstar Nash, warum er im Vorjahr mit 41 Treffern die NHL-Wertung anführte, brachte Team Canada zwei Mal in Führung (21., 32.) und hält damit nach drei Spielen bei sechs WM-Treffern - Spitze. Dazwischen hatte Knuble für den WM-Dritten des Vorjahres ausgeglichen, sein Schuss rutschte Kanadas Goalie Brodeur durch den Schoner (26.). Im Schlussabschnitt war dieser aber nicht mehr zu bezwingen. Stattdessen sorgte Joe Thornton nach Nash-Assist für den Endstand (53.), führt damit gemeinsam mit seinem Sturmkollegen die WM-Scorerwertung nach der Vorrunde mit acht Punkten an. (APA)

Gruppe D:

  • Deutschland - Schweiz 1:5 (1:1,0:1,0:3). Wiener Stadthalle, 8.000, Andersson/Doucette/Lesnjak (SWE/CAN/SLO).

    Tore: Furchner (16.) bzw. Rüthemann (6./PP), Plüss (29./PP, 53./PP), Fischer (49./PP), Forster (53./SH und empty net). Strafminuten: 17 plus Spieldauerdisziplinar Benda bzw. 18.

    Schweiz: Gerber - Keller, Streit; Bezina, Blindenbacher, Seger, Forster; Vauclair - Di Pietro, Plüss, Della Rossa; Ambuhl, Conne, Romy; Wichser, Jeannin, Fischer; Paterlini, Ziegler, Rüthemann; Lemm

    Deutschland: Jonas - Retzer, Kopitz; Ehrhoff, Schauer; Renz, Bakos - Kreutzer, Goc, Hecht; Martinec, Benda, Fical; Morczinietz, Barta, Felski; Furchner, Boos, Lewandowski

    Gruppe B:

  • Kanada - USA 3:1 (0:0,2:1,1:0). Innsbrucker Olympiahalle, 7.200 Zuschauer (ausverkauft), SR Reiber/Takula/Fonselius (SUI/SWE/FIN).

    Tore: Nash (21., 32.), Thornton (53./PP) bzw. Knuble (26./PP) Strafminuten: 14 bzw. 8

    Kanada: Brodeur - Regehr, Jovanovski; Souray, Hannan; Redden, Phillips; Boyle - Gagne, Thornton, Nash; Heatley, Morrison, Doan; Smyth, Draper, Maltby; Morrow, Marleau, Walker; Fisher

    USA: DiPietro - Gill, Roach; Martin, Miller; Leopold, Hauer; Liles - Park, Weight, Parrish; Cole, Modano, Knuble; Gionta, Halpern, York; Hall, Stastny, Legwand

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      Die Vorentscheidung zu Gunsten der Schweizer: Martin Plüss schießt zum 2:1 für die Eidgenossen ein.

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      Rick Nash, wertvoller Scorer für Kanada, besorgt das 2:1 für sein Team gegen die USA.

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