Gefährliche Fischfütterung

7. Mai 2005, 20:00
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Tunfischen im Mittelmeer wird zum Mästen massenweise Gefrierfisch ins Wasser gekippt - WWF: Krankheiten können eingeschleppt werden

Brüssel - Tunfische sollten nach einer Forderung der Umweltorganisation WWF nicht länger mit Gefrierfisch aus dem Atlantik gefüttert werden. "Große Mengen Fisch werden ins Mittelmeer gekippt, um Tunfische zu füttern. Damit könnten exotische Krankheiten eingeschleppt werden", warnte der WWF-Mittelmeerexperte Sergi Tudela am Mittwoch in Brüssel.

Der Verband rief die EU-Kommission auf, das Füttern mit Fischen, die nicht aus dem Mittelmeer stammen, zu verbieten. Das Risiko werde dadurch noch größer, das die toten Fische in großen Mengen auf kleinem Raum ins Meer kämen.

Mast im Meer

Europas Tunfischproduzenten kaufen den Angaben zufolge jährlich mehr als 200.000 Tonnen zumeist gefrorenen und unbehandelten Fisch aus dem Nordatlantik, Westafrika und Südamerika, um ihn im Mittelmeer an Tunfische zu verfüttern. Die Tunfische, die bis zu drei Meter lang werden können, werden dort in Schwimmkäfigen gemästet. Um ein Kilo Tunfisch zu produzieren, werden einer WWF-Studie zufolge 15 bis 25 Kilo anderer Fische verfüttert. Der Tunfisch aus dem Mittelmeer wird vor allem nach Japan an Sushi-Hersteller verkauft.

Ein Kommissionsvertreter sagte, die EU-Fischereibehörde werde sich mit der Tunfisch-Industrie in Verbindung setzen. "Wir nehmen das ernst", sagte er zu der WWF-Kritik.(APA/Reuters)

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WWF
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    Size matters: Darum werden die "Kühe des Meeres" regelrecht gemästet

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