Feuer am Dach und ein Skandal

7. Mai 2005, 11:59
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Das erste von zwei Duellen mit dem GAK endete skandalös - Nach dem 0:3 stürmten Austria-Fans das Feld - Match abgebrochen

Wien - Austria ist, wo einige wenige etwas bewegen können. Kaum mehr als 8000 Fans waren gestern ins Horr-Stadion gekommen, einige Dutzend von ihnen sorgten nach achtzig Minuten für den Abbruch der Partie, da führte der GAK mit 3:0. Die Austria-Fans ließen ihrem Frust freien Lauf, besetzten das Spielfeld, Dutzende Polizisten sahen von der anderen Stadionseite aus zu, vielleicht wollten sie die wenigen feiernden GAK-Fans bewachen und beschützen.

Austrias Generalmanager Anton Polster bemühte sich, die nicht randalierenden, aber doch verärgerten Fans zu beruhigen und zum Verlassen des Spielfelds zu bewegen, er bemühte sich vergeblich. Auch eine Ansprache von Austria-Kapitän Ernst Dospel bewirkte rein gar nichts. Das Match wurde abgebrochen, es wird wohl mit 3:0 gewertet oder strafverifiziert. Der Austria droht eine empfindliche Geldstrafe, eine Stadionsperre steht im Raum. Austria-Generalmanager Polster: "Ein sehr trauriger Nachmittag, aber das ist nicht zu ändern. Das war eine unserer letzten Chancen, auf den Meisterzug aufzuspringen."

Der klare GAK-Erfolg war verdient, die Grazer gewannen mehr Zweikämpfe, standen sicherer in der Abwehr, hatten mehr und die größeren Chancen. In der 39. Minute mündete die schönste Aktion des Spiels in eines der schönsten Tore der Saison. Aus der Verteidigung heraus spielte der GAK über fünf Stationen mit einmal Berühren, die letzte Station hieß Kollmann, er beförderte den Ball flach und unhaltbar ins Tor - 0:1.

Nach Seitenwechsel kontrollierte der GAK das Geschehen und konterte, die Fehler der Austria häuften sich. Joachim Standfest zog in der 62. Minute ungehindert rechts durch, zog ungehindert in den Strafraum, zog ungehindert mit dem linken Fuß ab. Der von der Stange abprallende Ball traf Didulica am Bein - 2:0. Kollmann (78.) stellte nach dem nächsten Konter mit dem nächsten schönen Tor den Endstand her.

Abzuwarten ist, wie Frank Stronach reagiert, der Austria-Capo weilt in Kanada. Lars Söndergaard wird schon länger kritisiert, zwischen Sportdirektor Günter Kronsteiner und Polster herrscht alles andere denn gutes Einvernehmen. "Am Sonntag müssen wir uns anders präsentieren", fordert Polster. Dann gibt's in Graz ein Wiedersehen mit dem GAK. Arme Austria. (DER STANDARD, Printausgabe, Freitag, 6. Mai 2005, red)

 

  • FK Austria Magna - Liebherr GAK bei 0:3 in der 79. Minute abgebrochen, (0:1). Horr-Stadion, 8.100, SR Drabek.

 

Torfolge: 0:1 (39.) Kollmann, 0:2 (62.) Didulica (Eigentor), 0:3 (78.) Kollmann

Austria: Didulica - Dospel (69. Gilewicz), Afolabi, Petrous, Papac - Sionko, Kiesenebner, Blanchard, Mila - Vastic, Rushfeldt

GAK: Schranz - Pötscher (77. Plassnegger), Ehmann, Tokic, Majstorovic - Standfest, Muratovic, Aufhauser (61. Sick) , Amerhauser - Kollmann, Bazina

Gelbe Karte: Kiesenebner

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    Generalmanager Toni Polster (li) versuchte vergeblich, die Fans wieder zur Vernunft zu bringen.

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    Die Grazer bestätigten ihre meisterliche Form, werden damit ein harter Gegner Rapids im Meisterschafts-Finish.

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