Historischer Lynchmord in den USA wird neu untersucht

6. Mai 2005, 09:30
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50 Jahre nach der Ermordung des Teenagers Emmett Till sollen seine Überreste exhumiert werden, um neue Aufschlüsse zu geben

Washington - 50 Jahre nach dem Aufsehen erregenden Lynchmord an dem 14-jährigen Afroamerikaner Emmett Till werden dessen Überreste für eine Autopsie exhumiert. Wie das Justizministerium in Washington am Donnerstag mitteilte, sollen damit die genauen Todesumstände des Jugendlichen festgestellt werden. Das rassistische Verbrechen hatte zur Entstehung der Bürgerrechtsbewegung in den US-Südstaaten beigetragen.

Die Ermittlungen zu dem Fall waren im vergangenen Jahr neu aufgerollt worden. Der Teenager war in Money im US-Staat Mississippi entführt worden, nachdem er einer "weißen" Frau in einem Geschäft zugepfiffen hatte. Einige Tage später wurde seine verstümmelte Leiche gefunden.

Späte Schuldeingeständnisse

Till stammte aus dem Norden der Vereinigten Staaten, wo die Konflikte zwischen den Bevölkerungsgruppen weniger intensiv waren. Er war während des Sommers zu Besuch bei seinem Onkel in Mississippi. Nachdem er in dem Lebensmittelgeschäft der Frau des Besitzers zugepfiffen hatte, wurde er mitten in der Nacht verschleppt. Tills später gefundene Leiche hatte ein 30 Kilo schweres Stück Baumwolle mit Stacheldraht um den Hals gebunden, der Schädel war zertrümmert. In einem eilig anberaumten Prozess wurden damals der Mann der Frau und dessen Halbbruder von einer ausschließlich weißen Jury freigesprochen.

Beide Männer gaben nach Angaben der Bundespolizei FBI jedoch später ihre Schuld zu. Sie sind inzwischen verstorben. Durch die neuen Ermittlungen sollen mögliche noch lebende Mittäter aufgespürt werden. (APA)

  • Bild nicht mehr verfügbar

    Emmett Till auf einem zeitgenössischen Foto

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