U.S. Army leidet an Ressourcenmangel

6. Mai 2005, 19:59
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Rekrutierung weit unter dem Plansoll

Bei einer seiner seltenen Pressekonferenzen hatte Präsident George W. Bush in der vergangenen Woche erklärt, die militärischen Optionen der USA seien durch die massiven Einsätze in Afghanistan und dem Irak nicht geschmälert. Sein Generalstabschef Richard Myers habe ihm versichert, dass die militärischen Ressourcen keineswegs erschöpft seien: "Unsere Leistungsfähigkeit ist bei Weitem ausreichend."

Nun sind allerdings geheime Informationen öffentlich geworden, wonach Myers in einem Hearing vor dem Kongress Gegenteiliges ausgesagt habe: Die Kräfte des US-Militärs seien durch die bisherigen Verpflichtungen nämlich bis aufs Äußerste strapaziert. Mögliche Kampfaktionen in anderen Teilen der Welt würden dadurch "wahrscheinlich in die Länge gezogen" und hätten höhere Verluste unter amerikanischen Soldaten und ausländischer Zivilbevölkerung zur Folge. Es sei jedoch trotzdem klar, dass die USA, falls sie einen weiteren Krieg führen sollten, auch diesen gewinnen würden.

Was die Rekrutierung für die US-Armee angeht, so liegt diese weiterhin weit unter dem Plansoll: Im April wurde das Rekrutierungsziel um etwa 40 Prozent verfehlt, und seit vergangenem Oktober hatten sich trotz verstärkter Initiativen um sechzehn Prozent weniger neue Bewerber für den freiwilligen Militärdienst gefunden.

Außenministerin Condoleezza Rice erklärte indes auf eine Frage, wie die USA die aus Nordkorea drohende nukleare Gefahr abwenden könnten: "Ich glaube, niemand hegt Zweifel an der Fähigkeit der USA, den nuklearen Ambitionen von Nordkorea entgegenzutreten." (DER STANDARD, Print-Ausgabe, 6. Mai 2005)

Von Susi Schneider
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