Zweiter Dopingfall betrifft Pobjedonostsew

13. Mai 2005, 11:55
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Der Urkainer wurde wie der Weißrusse Filin auf einen zu hohen Norandrosteron-Wert getestet

Innsbruck - Auch das zweite bei der Eishockey-WM in Österreich nachgewiesene Dopingvergehen betrifft den anabolen Metabolit Norandrosteron, einen Bestandteil des Steroids Nandrolon. Nachdem der Weißrusse Tsimafei Filin bereits am Mittwoch wegen eines 250fachen Überschreitens des Grenzwertes von zwei Nanogramm je Milliliter Urin vom Internationalen Eishockey-Verband (IIHF) ausgeschlossen worden war, disqualifizierte die IIHF am Donnerstag auch den Ukrainer Oleksandr Pobjedonostsew.

Der Verteidiger, der zuletzt beim weißrussischen Klub Chimwolokno Mogilew unter Vertrag stand, war beim Auftaktspiel am Sonntag gegen Schweden (1:2) positiv getestet worden. Pobjedonostsew stand auch bei der zweiten Niederlage in der Vorrundengruppe C gegen Finnland (1:4) auf dem Eis, erzielte aber dabei jeweils keinen Scorerpunkt. Nach positiver A-Probe wurde der 23-jährige im entscheidenden Spiel im Kampf um den Einzug in die Zwischenrunde am Mittwoch (2:1-Sieg gegen Dänemark) von Teamchef Oleksandr Seukand nicht mehr aufgeboten. Zu diesem Zeitpunkt war Pobjedonostsew, offiziell aus "familiären Gründen", bereits in die Ukraine zurückgereist.

Nun bestätigte auch die B-Probe den wahren Grund, nämlich die Einnahme der auf der Liste der verbotenen Substanzen der Welt-Anti-Doping-Agentur (WADA) aufscheinenden Substanz, nach deren Richtlinien die IIHF seit 2004 vorgeht. Pobjedonostsews Test überschritt den Grenzwert im Vergleich zu Dynamo-Minsk-Stürmer Filin "lediglich" um das 15fache. Allerdings entscheidet die IIHF erst nach dem Turnier, ob weitere Strafen gegen Pobjedonostsew ausgesprochen werden. Die ukrainische Teamführung stand vorerst für keinen Kommentar zur Verfügung.

Da es sich um das erste positive Dopingprobe eines ukrainischen Spielers handelt, bleiben alle Ergebnisse bestehen. "Erst beim dritten Vergehen werden Schritte und weitreichende Sanktionen gegen ein Team von der Kommission diskutiert", erklärte IIHF-Sprecher Szymon Szemberg am Donnerstag in Innsbruck. Und erst nach einem zweiten Vergehen innerhalb einer Mannschaft werden verstärkt Tests durchgeführt, vorerst wird daher weiterhin nach jedem Spiel nur ein Crack pro Mannschaft getestet.

"So unglücklich das alles ist, es beweist, dass sich die IIHF dafür einsetzt, Athleten, die verbotene Substanzen einnehmen, aus dem Spiel zu nehmen", erklärte IIHF-Präsident Rene Fasel in einer offiziellen Stellungnahme. "Unsere Dopingtests funktionieren gut, wir hoffen dass weitere Zwischenfälle durch unsere Maßnahmen verhindert werden können." Seit 1993 führte die Eishockey-Föderation insgesamt 3.100 Tests durch, einschließlich der beiden Fälle der laufenden WM wurden bis dato acht Dopingsünder entlarvt. (APA)

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    Pobjedonostsew in gedopter Aktion.

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