Sechs Festnahmen bei Protest russischsprachiger Aktivisten in Riga

9. Mai 2005, 17:01
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Sechs Festnahmen - Innenminister spricht von "Schmähung Lettlands"

Riga - Im Zusammenhang mit einer Protestaktion von russischsprachigen Aktivisten bei den Feiern zur 15-jährigen Unabhängigkeit Lettlands sind am Mittwoch in Riga sechs Personen festgenommen worden. Die Polizei schritt laut lettischer Nachrichtenagentur LETA ein, nachdem es im Anschluss an die offizielle Zeremonie zu Handgreiflichkeiten zwischen den Aktivisten und großteils älteren Letten gekommen war.

Die einigen Dutzend Demonstranten trugen zum Teil Sträflingskleidung und riefen laut Medienberichten Slogans gegen die vor einem Jahr beschlossene Bildungsreform, die den Gebrauch der russischen Sprache an Schulen einschränkt. Laut dem Rigaer Links-Politiker Genadijs Kotovs kam es zu den Auseinandersetzungen, als die Demonstranten versuchten, neben den offiziellen Blumenkränzen violette Tulpen am Rigaer Freiheitsmonument niederzulegen.

Kein Wahlrecht für "Nicht-Bürger"

Violett ist die Farbe der speziellen Ausländer-Pässe der vorwiegend russischsprachigen, so genannten "Nicht-Bürger", die in Lettland unter anderem kein Wahlrecht besitzen.

Der lettische Innenminister Eriks Jekabsons nannte den Zwischenfall eine "Schmähung Lettlands durch individuelle Extremisten". Am 4. Mai 1990 stimmte der Oberste Sowjet Lettlands für die Wiedererrichtung der Unabhängigkeit des Landes von der Sowjetunion. Die Weltweite Anerkennung der Unabhängigkeit Lettlands und der beiden Nachbarrepubliken Estland und Litauen folgte rund 15 Monate später, nachdem Island als "Eisbrecher" fungierte und am 25. August 1991 mit den drei Ländern diplomatische Beziehungen aufgenommen hatte. (APA)

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    Lettische Soldaten vor dem Freiheitsmonument in Riga

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