Siemens-Betriebsrat will Garantien für Handy-Sparte

12. Mai 2005, 10:12
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Langfristige Strategie und Einhaltung der Tarifverträge gefordert

Die Arbeitnehmervertreter von Siemens fordern Beschäftigungs- und Standortgarantien für die Verluste schreibende Handy-Sparte, die der Münchener Konzern ausgliedern will. Der Gesamtbetriebsratschef des Konzerns, Ralf Heckmann, sagte der "Neue Ruhr/Neue Rhein Zeitung" (Donnerstagausgabe), bei einer Sanierung der Sparte müssten Beschäftigungs- und Standortgarantien gegeben werde.

Verträge

Außerdem müsse Siemens eine langfristige Strategie vorlegen und die Tarifverträge einhalten. Ein Siemens-Sprecher wollte das vorab veröffentlichte Interview mit Verweis auf die gerade begonnene Ausgliederung und laufende Verhandlungen mit dem Betriebsrat nicht kommentieren.

Aufforderungen

"Die Beschäftigten (...) haben ihren Teil zur Sanierung bereits beigetragen", sagte Heckmann der Zeitung. "Von der Kostenseite her gesehen ist die Handy-Sparte wettbewerbsfähig. Jetzt sind Verbesserungen im Management gefordert." Die Ausgliederung müsse nicht bedeuten, "dass die Handysparte aus dem Konzern fliegt". Die Arbeitnehmer bevorzugten eine Sanierung aus eigener Kraft. Auch ein neuer Partner müsse den Tarifvertrag achten.

Kosten

Die Personalkosten fielen bei der Handyfertigung nicht so sehr ins Gewicht, sagte Heckmann. Es komme auf die Modellpolitik und das schnelle Wahrnehmung von Chancen an. Der extrem zyklische Handymarkt verursache bei den Anbietern ein ständiges Auf und Ab. Er sei aber zuversichtlich, dass es nach der Lösung der Strukturprobleme mit den Mobiltelefonen bei Siemens wieder aufwärts gehe.

Scheitern

Siemens-Chef Klaus Kleinfeld hatte in der vergangenen Woche die Ausgliederung der verlustreichen Sparte angekündigt. Die "Frankfurter Allgemeine Zeitung" hatte am Mittwoch berichtet, der Verkauf der Handysparte an den US-Konkurrenten Motorola sei vor wenigen Tagen gescheitert. Die Verträge für den vollständigen Verkauf seien schon unterschriftsreif gewesen und sollten am Montag vergangener Woche unterzeichnet werden, dann habe Motorola aber überraschend einen Rückzieher gemacht. (APA/Reuters)

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