Wiederaufbau: 100 Millionen Dollar verschwunden

8. Mai 2005, 20:13
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Prüfungsbericht spricht von möglichem Betrug

Washington - Von den für den Wiederaufbau des Irak bestimmten Geldern der US-Zivilverwaltung sind rund 100 Millionen Dollar (77,2 Millionen Euro) verschwunden. Die bis zu ihrer Auflösung im Juni 2004 von Paul Bremer geleitete Behörde konnte den Verbleib des Geldes nicht nachweisen, wie aus einem am Mittwoch veröffentlichten Prüfungsbericht des US-Sondergeneralinspektors für den Wiederaufbau des Irak (SIGIR) hervorgeht.

Dies weise auf "möglichen Betrug" hin und sei der Justiz für weitere Ermittlungen weitergeleitet worden. Zwei weitere, am Mittwoch veröffentlichte SIGIR-Berichte ziehen das Management und die Umsetzung der Verträge zum Wiederaufbau in Zweifel.

"Kultur der Korruption"

Der US-Senator Russ Feingold erklärte, die Berichte zeichneten das Bild eines unorganisierten, schlampigen Managements von Geldern der US-Steuerzahler und der Iraker selbst. "Milliarden Dollar, der Erfolg der Stabilisierungsmission und die Glaubwürdigkeit der USA stehen auf dem Spiel." Die USA liefen Gefahr, eine "Kultur der Korruption" im Irak zu fördern, warnte Feingold. Die UNO hatte die Verwendung der Gelder für Wiederaufbauprojekte gebilligt. (APA)

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