Drama in Eindhoven an Milan

11. Juli 2005, 15:11
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Italiener erzielten erst in der Nachspielzeit den Treffer zum 1:2 - Ein drittes PSV-Tor nützte nichts, Milan im Finale gegen Liverpool

Eindhoven - Nach einem Herzschlag-Finish ist AC Milan äußerst glücklich ins Finale der Fußball-Champions-League eingezogen. Die Italiener verloren am Mittwoch zwar das Semifinal-Rückspiel auswärts gegen PSV Eindhoven 1:3, schafften aber dank des 2:0 aus der ersten Partie die Qualifikation für das Endspiel, in dem am 25. Mai in Istanbul Liverpool wartet.

Zunächst hatte alles auf eine Verlängerung hingedeutet, doch Ambrosini gelang in der 91. Minute der schmeichelhafte Treffer zum 1:2 aus Milan-Sicht. Wenige Sekunden später wurde es wieder spannend, als Cocu zum 3:1 traf, mehr war für die klar überlegenen Niederländer aber nicht mehr drin.

Dida nach 624 Minuten geschlagen

Schon in der 9. Minute wurden bei Milan wohl Erinnerungen an den 7. April des Vorjahres wach, als die Italiener einen 4:1-Vorsprung mit einem 0:4 in La Coruna verspielten: Park spielte auf Vennegoor of Hesselink, nach dessen Zweikampf mit Stam kam der Ball zu Park zurück, und der Südkoreaner knallte diesen aus rund sieben Metern unter die Latte. Es war dies nach sieben Spielen in der Millionenliga der erste Gegentreffer für Milan-Goalie Dida, der sich nach 624 Minuten erstmals seit 2. November 2004 wieder geschlagen geben musste.

Auch danach blieben die Niederländer am Drücker und hatten bei einem Lattenköpfler von Vennegoor of Hesselink (28.) und einem Lucius-Schuss (45./Dida parierte) Pech. Die Mailänder, die schon im Hinspiel insgesamt die schwächere Mannschaft gewesen waren, wurden in Hälfte eins nur bei einem abgeblockten Schuss von Kaka (41.) gefährlich.

Cocu per Kopf

So wie in der ersten Hälfte gaben die Gastgeber auch nach dem Seitenwechsel den Ton an, scheiterten jedoch zunächst mit Schüssen von Bouma (53.) und Alex (56.). In der 65. Minute schließlich egalisierte Eindhoven den Rückstand aus dem Hinspiel, als der Südkoreaner Lee den brasilianischen Weltmeister Cafu einmal mehr alt aussehen ließ, eine Maßflanke zur Mitte schlug und Cocu aus rund sechs Metern per Kopf auf 2:0 stellte.

Bis zum Ende der regulären Spielzeit war Eindhoven, der Meistercup-Sieger von 1988, dem dritten Tor näher als Milan dem Auswärtstreffer. Ein Schuss von Robert wurde in der 77. Minute von Dida abgewehrt, nach dem darauf folgenden Eckball verfehlte Farfan nur relativ knapp das Tor.

Hochspannende Nachspielzeit

In der Nachspielzeit wurde es dramatisch: Nach Flanke von Kaka sorgte Ambrosini in der 91. Minute per Kopf vorerst nur für den scheinbar sicheren zehnten Einzug von Milan ins Finale des wichtigsten europäischen Klub-Bewerbes, denn Cocu traf wenige Sekunden später volley noch zum 3:1. Die Italiener retteten sich aber über die letzten Sekunden. (APA)

PSV Eindhoven - AC Milan 3:1 (1:0). Eindhoven, 35.100, SR Terje Hauge (NOR). Hinspiel 0:2 - Milan mit dem Gesamtscore von 3:3 dank der Auswärtstorregel im Finale am 25. Mai in Istanbul gegen Liverpool FC.

Torfolge:
1:0 ( 9.) Ji-Sung Park
2:0 (65.) Cocu (Kopf)
2:1 (91.) Ambrosini (Kopf)
3:1 (92.) Cocu

Eindhoven: Gomes - Lucius, Alex, Bouma (70. Robert), Young-Pyo Lee - van Bommel, Vogel, Cocu - Ji-Sung Park, Vennegoor of Hesselink, Farfan

Milan: Dida - Cafu, Nesta, Stam, Maldini (46. Kaladse) - Gattuso, Seedorf (69. Tomasson), Pirlo, Kaka, Ambrosini - Schewtschenko

Gelbe Karten: Keine

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    Jaap Stam (Milan/li) musste mitansehen, wie Ji-Sung Park zum 1:0 für PSV einschoss.

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    In der zweiten Hälfte kam es für Milan noch schlimmer, Phillip Cocu erhöhte auf 2:0 für Eindhoven.

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    Doch in der 91. Minute kam Massimo Ambrosini...

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