Stimmen: "Tüpfelchen auf dem i"

7. Mai 2005, 11:58
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  • Austria - GAK:

    Lars Söndergaard (Austria-Trainer): "Das Spiel hat mich sehr enttäuscht. Vor allem nach dem 0:1 haben wir uns ganz schlecht präsentiert. Wir waren ohne Ideen und haben unwahrscheinlich viele Fehler gemacht. Es ist mir unverständlich wie es zu so einer Leistung kommen kann, es ist schwer zu erklären. Der GAK ist sehr organisiert, sehr kampfkräftig. Eigentlich haben wir gut begonnen, dann passieren einige kleine Sachen und sie spielen uns total weg. Der GAK schießt ein sehr schönes Tor und ab dann war die Verunsicherung bei uns wieder da."

    Befragt zur Situation bei der Austria: "Es werden sicher einige unruhige Tag hier. Ich versuche alles für den Verein zu tun, so lange ich hier bin. Die Austria ist oft in den Medien, aber öfter mit negativen als mit positiven Schlagzeilen. Normalerweise haben wir gute Fans und eigentlich alle Möglichkeiten immer wieder top dabei zu sein in Österreich."

    Walter Schachner (GAK-Trainer): "Wir werden das Spiel morgen analysieren, wir haben um zehn Uhr Training, denn am Sonntag geht es schon wieder gegen die Austria weiter. Ich bin sehr glücklich mit der Leistung, die Mannschaft hat in allen Belangen überzeugt, war taktisch diszipliniert. Die Austria hat keine Chance herausgearbeitet."

    Toni Polster (Generalmanager): "Der Abbruch und die sportliche Leistung machen mich sehr traurig. Aber wir müssen nach vorne schauen, am Sonntag im Rückspiel müssen wir uns anders verkaufen. Es war eine unserer letzten Chancen, auf den Meisterzug aufzuspringen. Der GAK hat verdient gewonnen, da muss ich gratulieren. Wenn so viele Leute herunten sind, ist es schwer, sie auf die Tribüne zurück zu bringen. Daher musste es zum Abbruch kommen. Die Polizei kann sich nur passiv verhalten."

    Zur Situation von Günter Kronsteiner: "Das steht jetzt nicht zur Diskussion. Aus der Emotion heraus etwas zu entscheiden, wäre falsch. Der Titel liegt jetzt nicht mehr in unserer Hand, es wäre vermessen, nach dieser Leistung vom Titel zu sprechen. Wir müssen intern reden und versuchen, weiter zusammenzuhalten."

    Markus Kraetschmer (FAK-Manager): "Ich bin maßlos enttäuscht und sehr traurig, dass so etwas in der meisterschaftsentscheidenden Phase passiert. Wir haben auf Anraten der Experten der Bundesliga einen Gefängniszaun bei der Westtribüne aufgestellt wie er auch in Gefängnissen eingesetzt wird. Er gilt als unübersteigbar, aber er ist überstiegen worden. Ein bitterer Moment. Ich verstehe den Frust der Fans, aber das ist nicht der richtige Weg. So etwas darf, so etwas sollte nicht passieren. Ich bin sehr bedrückt.

    Wir haben versucht, mit den Fans zu reden, aber es schien nicht möglich, sie vom Innenraum zu bekommen. Das 0:3 war bitter genug, dass ist das Tüpfelchen auf dem i. Wir hatten so etwas schon vor zwei Jahren gegen den FC Kärnten, damals haben wir eine Geldstrafe bekommen. Es wird ein Verfahren der Liga geben."

    Dietmar Drabek (Schiedsrichter): "Schade, wir haben zwölf Minuten gewartet. Dann ist von der Austria die Meldung gekommen, dass sie die Fans nicht mehr rausbekommen. Vor zwei Monaten war ich schon Spielleiter beim Sitzstreik der Salzburg-Fans in St. Pölten, das heute war aber mein erster Spielabbruch. Die Bundesliga wird die richtige Entscheidung treffen. Die Entscheidung war gut, bevor die Lage eskaliert wäre. Die Fans haben niemand verletzt. Wenn man die Fans hinter die Werbebande bekommen hätte, hätte ich im Sinne des Fußballs weiterspielen lassen. Die Polizei ist nicht eingeschritten, weil es sonst zur Eskalation gekommen wäre."

    Anton Ehmann (GAK): "Wir waren zuerst ein bisschen erschrocken, als die Fans auf das Feld kamen, aber letztlich war entscheidend, dass wir das Spiel gewonnen haben. Wir waren taktisch sehr diszipliniert, haben unsere Tugenden perfekt auf den Platz übertragen. Es tut mir leid für den Verein Austria Wien. Wir haben jetzt die halbe Miete. Am Sonntag kommt wieder ein schweres Spiel, da werden wir versuchen, den nächsten Sieg einzufahren."

    Rudi Roth (GAK-Präsident): "Es war ein klarer Abbruch. Die Fans hätten sicher noch einmal den Platz gestürmt. Die Mannschaft hat taktisch meisterlich gespielt. Wir haben die Austria fast zum Abbruch gezwungen."

     

  • Rapid - Salzburg:
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    Josef Hickersberger (Rapid-Trainer): "Es ist immer leicht, wenn man in Führung geht. Heute wollten wir einen Blitzstart hinlegen und schnell in Führung gehen, Gott sei Dank ist uns das gelungen. Dann war es kein Problem. Die Salzburger haben einen katastrophalen Start erwischt, die zweite Hälfte war von ihnen in Ordnung. Nach der Pause wollten wir in erster Linie keine Gelben Karten und Verletzungen riskieren, haben dann aber die Zügel zu sehr schleifen lassen. Das war dann für die Zuschauer und auch für mich nicht mehr so schön."

    Manfred Linzmaier (Salzburg-Trainer): "Ich möchte nicht wiedergeben, was in der ersten Hälfte in mir vorgegangen ist. Da hatten wir keine Linie und keinen Kampfgeist, das 0:5 war die logische Konsequenz. In der zweiten Hälfte ist uns Schadensbegrenzung gelungen, aber unter dem Strich bleibt ein 0:5, und das ist beschämend genug." (APA)

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