Eiszeiterbe verschwindet, Bebenhäufigkeit erhöht sich

5. Mai 2005, 17:00
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Forscher sehen Zusammenhang zwischen dem Auftreten von Erdbeben und dem Rückzug von Gletschern und Seen

Bern - Der Rückzug von Gletschern und Seen nach der Eiszeit erhöhte und erhöht die Erdbebengefahr. Dies haben Untersuchungen zweier Forscher der Universität Bern und der Universität Münster ergeben. Hinweise auf den Zusammenhang zwischen so genannten klimakontrollierten Prozessen an der Erdoberfläche und aktiven Störzonen gab es bereits, wie die Universität Bern am Mittwoch mitteilte. Bisher habe jedoch der Beweis gefehlt.

Störzonen

Unter einer geologischen Störzone versteht die Wissenschaft eine Grenzfläche zwischen verschiedenen Blöcken der Erdkruste. Bei Erdbeben kommt es zu ruckartigen Bewegungen dieser Krustenblöcke.

Die beiden Forscher haben die Reaktion einer Störzone auf das Abschmelzen von Gletschern und die Austrocknung von Seen mit Modellierungen simuliert. Die Modelle zeigten, dass Veränderungen an der Erdoberfläche den Spannungszustand in der Erdkruste erheblich beeinflussten, wie in der Fachzeitschrift "Nature" vom Mittwoch zu lesen ist.

Die "Wasatch-Störung"

Weltweit am besten dokumentiert ist nach Angaben der Uni Bern die so genannte "Wasatch-Störung" in den USA. In den vergangenen 10.000 Jahren hat sich die Erdbebenhäufigkeit an dieser rund 400 Kilometer langen Störzone erheblich erhöht.

Ursprünglich war die Erdkruste an der Störzone durch Gletscher der Eiszeit und durch einen See bedeckt. Mit dem Ende der Eiszeit vor rund 15.000 Jahren zogen sich die Gletscher und der See zurück. Paläoseismische Daten belegen, dass danach die Erdbebenhäufigkeit stieg. (APA/sda)

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