Millionen Maikäfer machen sich über Bäume und Sträucher in Oberkärnten her

11. Mai 2005, 13:30
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... was gleichzeitig der Vorbote einer Engerling-Plage im nächsten Jahr sein dürfte - Schäden auch in Tirol

Klagenfurt - In Oberkärnten sind derzeit Millionen Maikäfer unterwegs und fressen Bäume und Sträucher kahl. Die Bauern fürchten sich zudem jetzt schon vor der Folge dieser Invasion: Im nächsten Jahr wird es von Engerlingen wimmeln.

Am stärksten betroffen sind das Gailtal und das Gitschtal im Bezirk Hermagor. Zahlreiche Obstbäume in der Region weisen kein einziges Blatt mehr auf. Die Pflanzen gehen dadurch zwar nicht ein, sondern treiben normalerweise ein zweites Mal aus, aber die Ernte ist stark beeinträchtigt.

"Vorfreude"

Valentin Grader von der Landwirtschaftskammer in Hermagor sieht die summenden Horden denn auch in erster Linie als Vorbote für eine noch größere Plage: "Die Käfer legen ihre Eier in den Boden, daraus entwickeln sich dann die Engerlinge." Der Rhythmus der Maikäfer ist seit langem bekannt, alle drei oder vier Jahre gibt es ein "Flugjahr". Die Tiere fressen, paaren sich, legen die Eier ab und sterben. Die Larven, eben die Engerlinge, sind noch gefräßiger als die Käfer, ein einziger Engerling kann an einem Tag ein ganzes Salatbeet ruinieren, weil er sämtliche Wurzeln verspeist.

Grader erklärte gegenüber dem ORF Kärnten, er rechne damit, dass in den kommenden beiden Jahren alleine im Gail- und Gitschtal rund 250 bis 300 Hektar an so genannten Schadflächen anfallen würden, wo die Engerlinge fast flächendeckend die Ernte vernichten. Nach zwei Jahren intensiven Fressens ziehen sich die Engerlinge tiefer in den Boden zurück, im Jahr darauf schlüpfen dann wieder die Maikäfer.

Sammeln sinnlos

Das Sammeln der Käfer, die man in den Morgenstunden, wenn es noch kühl ist, von den Bäumen schütteln kann, weil sie fast bewegungsunfähig sind, hilft nach Angaben von Experten höchstens lokal. Die Anzahl der Tiere ist einfach zu groß. Warum gerade im Bezirk Hermagor so viele der gefräßigen Brummer unterwegs sind, erklärt Grader damit, dass es in Regionen, wo die Felder regelmäßig bewirtschaftet würden wie etwa in Unterkärnten, kaum Maikäfer gebe. Sie ziehen ständige Grünflächen, wo nur Gras gemäht, aber der Boden nicht umgebaut wird, vor.

Auch Tirol betroffen

Auch in Tirol machen Maikäfer derzeit der Landwirtschaft in Tirol zu schaffen. Die Plage sei im Tiroler Oberland sehr groß, hieß es beim Maschinenring in Imst. Im Oberland laufe seit zwei Jahren ein Projekt zur Bekämpfung der Käfer, die heuer innerhalb ihres Vierjahresrhythmus ein Flugjahr haben.

Erheblichen Schaden haben im Tiroler Oberland bereits Borkenkäfer und Kieferntrachtkäfer angerichtet. Auslöser dafür sei das Trockenjahr 2003 gewesen. Der heiße und trockene Sommer habe die Bäume in großen Stress versetzt und die Entwicklungsbedingungen für die Käfer gefördert. (APA)

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    Käfer, wo Blätter sein sollten

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