"Ermöglicher anderer Perspektiven" in der Secession

10. Mai 2005, 21:43
posten

Eva Schlegel gestaltete Installation mit Blei und Spiegel

Wien - Als "große Herausforderung, etwas mit dem Raum zu machen, den ich so gut kenne", bezeichnete die Tiroler Künstlerin Eva Schlegel auf der Pressekonferenz am Dienstag die Arbeit an ihrer Installation im Hauptraum der Secession. Sie habe "bewusst keine Bilder" verwenden wollen, sondern kleidete den berühmten Jugendstilort mit Platten aus Blei aus und versah den Fußboden mit großen Spiegelkreisen.

Bildträger

Blei und Spiegel sind Materialien, die Schlegel aus früheren Arbeiten vertraut sind. Nicht zuletzt aus ihren Fotografien, wo "Blei immer der Bildträger war". In der Installation in der Secession gehe es "um eine andere Art von Bildern, und dabei sind Blei und Spiegel Ermöglicher anderer Perspektiven". Schlegel verwendetet 5,8 Tonnen Blei, die nach Ausstellungsende wieder eingeschmolzen werden. Zwei der Spiegelkreise haben einen Durchmesser von vierzehn Metern, die anderen beiden sind aus Platzgründen Segmente der großen Kreise.

"Für mich war das Material Blei immer ambivalent", erzählte Schlegel. Einerseits würde es giftig, wenn man es erhitzt, andererseits schütze es auch vor Röntgenstrahlen. "Es ist ein Metall, aber trotzdem weich", so Schlegel weiters. "Es ist weder reflektierend noch kalt und beinhaltet alle Farben. Wenn es oxidiert, verliert es keine Farbqualität". Auch andere Künstler scheine Blei zu faszinieren, wie Anselm Kiefer oder Margarete von Trotta. Für die fotografische Dokumentation der Installation, die im Katalog zu sehen sein wird (erscheint am 4. 6.), beauftragte Schlegel vier Kollegen: Elfie Semotan, Margherita Spiluttini, Walter Niedermayr und Secessions-Präsident Matthias Herrmann.

Das sei "ein Experiment" für Schlegel, die für gewöhnlich "gern alles unter Kontrolle" habe. Den "objektiven Blick" gebe es ihrer Meinung nach aber ohnehin nicht, und daher erwarte sie das Resultat der Dokumentation mit großer Spannung. (APA)

Share if you care.