Interview: AHL-Legionär Thomas Pöck

9. Mai 2005, 10:05
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Verteidiger von Hartford Wolf Pack unterstützt ÖEHV-Team in der Relegation - Zukunftspläne wegen NHL-Lockout noch offen

Wien - Thomas Pöck verstärkt das österreichische Nationalteam in der Relegation. Am Mittwoch vormittag ist der 23-jährige Sohn von ÖEHV-Teamchef Herbert Pöck von Boston kommend via Frankfurt in Wien eingelangt. Am Abend war der Verteidiger, der mit Hartford Wolf Pack im AHL-Playoff ausgeschieden ist, im Spiel gegen die Slowakei noch Zuschauer, am Freitag zum Auftakt der Abstiegsrunde wird der Kärntner aber dabei sein.

Pöck, der ursprünglich Center war und vor drei Jahren zum Verteidiger umfunktioniert worden ist, war in der Saison 2003/04 bester Offensivverteidiger der College-League, erhielt danach einen NHL-Vertrag bei den New York Rangers und erzielte gleich in seinem ersten Spiel ein Tor. In der AHL kam er für das Farmteam der Rangers auf ein Tor und sechs Assists. Sein NHL-Vertrag ist mit Saisonende ausgelaufen.

Frage: Thomas Pöck, wie haben Sie die WM bisher verfolgt?
Pöck: "Ich habe mit meinem Vater telefoniert, auch mit meiner Mutter und mit Matthias Trattnig. Und über Internet, weil in den USA ist die WM nicht im Fernsehen."

Frage: Ist für Sie das Ausscheiden im Playoff überraschend gekommen?
Pöck: "Wir haben uns erwartet, dass wir so wie im Vorjahr ins Conference-Finale kommen. Aber wir haben nicht mehr so gut gespielt wie im Grunddurchgang. Wir haben zu wenig Tore geschossen, das Powerplay war eine Katastrophe."

Frage: Wie sind Sie mit Ihrer Leistung zufrieden?
Pöck: "Es war nicht so wie erwartet. Ich war zwei Mal verletzt, habe 13 Wochen pausieren müssen. Der General Manager war aber zufrieden."

Frage: Wie war die Umstellung vom College in die AHL?
Pöck: "In der AHL bist du ein Stückchen Fleisch mit einer Rückennummer. Wenn es nicht funktioniert, kommt der nächste. Aber sie wollen schauen, wie jemand damit umgehen kann, wenn es nicht so läuft. Auf dem Eis wird mit viel Körper gespielt, sehr schnell und mit mehr Taktik wie im College."

Frage: Wo haben Sie sich in Ihrem ersten Profi-Jahr am meisten verbessert?
Pöck: "Sicher in der Defensive, ich habe praktisch zum ersten Mal richtig Verteidiger gespielt. Im College habe ich sehr offensiv gespielt. In Hartford haben wir einen Verteidiger, der Punkte macht, der Rest spielt defensiv. Das nächste ist, dass ich einen Weg finden muss, dass ich auch das Offensive wieder dazu bekomme."

Frage: Welche Erwartungen haben Sie für die WM?
Pöck: Ich erwarte, dass wir in der Relegation gut spielen. Die Mannschaft ist gut genug. Ich hoffe, dass ich der Mannschaft helfen kann, das erwarte ich. Aber es wird nicht so sein, dass einer von uns die Sache reißen wird. Es braucht 20 Leute, um zu gewinnen, aber es können drei Leute eine Partie verlieren."

Frage: Ihr Vater sagt noch nicht ob Sie Center oder Verteidiger spielen werden. Wo würden Sie lieber spielen?
Pöck: "Nicht im Tor. Es ist egal, ich bin zum Eishockey spielen da. Die Trainer werden machen, was am besten für die Mannschaft ist. Was immer, spiele ich. Bully habe ich aber schon länger keines mehr gemacht."

Frage: Ihr Vertrag ist abgelaufen, wissen Sie schon, wie es in der nächsten Saison weiter geht?
Pöck: "Man muss schauen, was mit der NHL passiert. Nach der alten Regelung haben die Rangers bis 30. Juni die Option, meinen Vertrag zu verlängern. Aber wegen des Lockout ist alles offen. Ich glaube, dass sie in der NHL was zusammen bringen werden."

Frage: Falls nicht, was machen Sie dann. Europa oder wieder AHL?
Pöck: "Man wird schauen, was das beste für meine Entwicklung ist. In Europa gibt es mehr Geld, aber mit meinem Alter glaube ich, dass die AHL das beste ist, um den Sprung in die NHL zu schaffen. Und die NHL ist der Grund, warum ich vor fünf Jahren nach Amerika gegangen bin." (APA)

  • Bild nicht mehr verfügbar

    Thomas Pöck ist in Wien eingetroffen...

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