Kosovo-Serben für Bildung einer Wahrheitskommission

6. Mai 2005, 15:05
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Experten sollen Kriegsverbrechen untersuchen

Belgrad/Pristina - Die "Serbenliste für Kosovo und Metohija", eine Koalition von Parteien der Kosovo-Serben, hat sich am heutigen Mittwoch für die Bildung einer "Kommission für Wahrheit und Versöhnung" in der südserbischen Krisenprovinz eingesetzt. Diese soll sich laut einer Aussendung nebst dem UNO-Tribunal in Den Haag damit befassen, alle Kriegsverbrechen aufzuklären. Dies würde zu einer "Annäherung der Volksgruppen" führen.

Die "Serbenliste" hat dies nach dem heute, Mittwoch, erfolgten Treffen in Pristina mit einer OSZE-Delegation unter Leitung des Hohen Kommissar für nationale Minderheiten, Rolf Ekeus, mitgeteilt.

In Belgrad soll kommende Woche ein erstes Expertentreffen Belgrads und Pristinas stattfinden, das sich mit der Rückkehr von serbischen Flüchtlingen befassen wird. Der Chef der "Serbenliste", Oliver Ivanovic, sagte den Medien indes, dass die bevorstehenden Gespräche über den Status der Provinz potenzielle serbische Rückkehrer von ihrer Absicht abbringen und die Aussiedlung der Serben aus der Provinz anspornen dürften.

Es gelte daher, den Serben im Kosovo klar zu machen, dass die Statusgespräche, die Situation in der Provinz nicht wesentlich verändern würden, unterstrich Ivanovic. Die Zahl der Kosovo-Flüchtlinge wird in Serbien und Montenegro auf 234.000 geschätzt. (APA)

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