Bei der Austria geht's rund

5. Mai 2005, 21:58
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Kronsteiner: "Die Unruhe, die derzeit im Verein herrscht, ist durch nichts mehr zu überbieten"

Wien - Rechtzeitig vor dem großen Finale der Fußball-T-Mobile-Bundesliga hat sich die Wiener Austria wieder einmal in den "FC Hollywood" verwandelt. "Die Unruhe, die derzeit im Verein herrscht, ist durch nichts mehr zu überbieten. So schlimm war es noch nie", erklärte Sport-Manager Günter Kronsteiner vor dem Schlager am Donnerstag zu Hause gegen den GAK.

Ungewisse Zukunft

Der Steirer vergleicht die aktuellen Zustände am ehesten mit jenen vor dem Bregenz-Auswärtsspiel im August 2004, der Zeit des persönlichen Stronach-Beraters und "Visitators" Otto Baric. Das legendäre Ergebnis damals: 9:0 für Violett. Diesmal sind u.a. die ungewisse Zukunft der Trainer und Spieler, die vereinsinternen Schelten und an die Öffentlichkeit gelangende Interna gemeint.

Leise Kritik an Polster

Vor allem die Aussagen von Toni Polster sorgten in den vergangenen Tagen intern für heftige Wellen. "Toni Polster kann für uns eine sehr wichtige Person sein. Ruhe in den Klub zu bringen, haben wir aber bisher nicht geschafft", so Kronsteiner, der jedoch keine direkten Schuldzuweisungen vornehmen wollte.

Aussprache

Dennoch, oder gerade deswegen erhofft sich Kronsteiner nach einer "massiven und deftigen Aussprache" im Vorfeld der GAK-Partie mit Mannschaft, Trainerduo und General-Manager Toni Polster eine klare Reaktion vom nach dem 0:0 gegen Mattersburg totgesagten Austria-Team: "Die Mannschaft ist heiß, sie brennt. Und sie will das auch am Donnerstag beweisen."

"Defibrillator" in der Veilchen-Kabine

Eine angebliche Aussage von GAK-Motor Mario Bazina ("Die Austria hat keine Chance") tat ihr übriges dazu und wurde - so wie einige weitere Aussagen der vergangenen Tage - in der Veilchen-Kabine gut sichtbar an eine Tafel genagelt: "Diese Aussage hat eine ähnliche Wirkung wie ein Defibrillator gezeigt." Die Wertigkeit und Wichtigkeit der GAK-Partie verglich Austrias Sport-Manager mit dem eines UEFA-Cup-Halbfinales.

Seine Aussage vom Samstag, dass die Austria tot sei, verteidigte Kronsteiner: "Nach einer gewissen Zeit kennt man die Spieler genauso gut wie seine Ehefrau. Es muss nichts gesagt werden, um den Gemütszustand zu kennen."

Schmerzen, Entschlossenheit und "Wurschtigkeit"

Personell sollte Libor Sionko nach langer Grippekrankheit laut Kronsteiner wieder "halbwegs der Alte" sein, Sigurd Rushfeldt ist angeschlagen, das vorzeitige Saisonende von Abwehr-Bollwerk Mikael Antonsson schmerzt. "Er hat eine tolle Saison gespielt, wie werden deshalb aber sicher nicht zu weinen beginnen", so Kronsteiner, dem vor dem Saisonfinale eine Mischung aus Aggressivität, Entschlossenheit, gleichzeitig aber auch "Wurschtigkeit" deutlich anzusehen ist.

Kraetschmer: "Sturm im Wasserglas"

Zuletzt gelangten bei der Austria selbst Diskussionen über noch offene UEFA-Cup-Prämien an die Öffentlichkeit. "Ein Sturm im Wasserglas, das ist nur eine Frage der Zeit", beruhigte Manager Markus Kraetschmer, der darauf verwies, dass es dabei lediglich um noch offenen Verhandlungen mit der Bundesliga gehe. Unterm Strich resümierte Kronsteiner: "So ein kontraproduktives Verhalten nach außen würde es in einer so wichtigen Phase bei Rapid, Pasching oder GAK niemals geben." (APA)

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