Kyoto-Ziel: Österreich entfernt sich immer mehr

11. Mai 2005, 08:41
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Statt Reduktion der Treibhausgase ist der Ausstoß weiter gestiegen - mit Grafik

Wien - Statt der angepeilten Reduktion der Treibhausgase in Österreich ist der Ausstoß im Jahr 2003 weiter gestiegen. Die Kluft zum Klimaziel wird damit immer größer, wie aus dem aktuellen Kyoto-Fortschrittsbericht des Umweltbundesamtes hervorgeht. ****

Gemäß dem Kyoto-Ziel hat sich Österreich dazu verpflichtet, die Treibhausgasemissionen verglichen mit dem Stand von 1990 um 13 Prozent zu senken. Vom angepeilten kontinuierlichen Abbau weicht Österreich allerdings immer weiter ab: Laut Zielpfad wäre für 2003 eine Reduktion der sechs im Protokoll geregelten Treibhausgase um 8,5 Prozent vorgesehen gewesen.

Tatsächlich sind die Emissionen verglichen mit 1990 aber deutlich gestiegen: 2003 gab es Plus von 16,6 Prozent, der Ausstoß von 91,6 Millionen Tonnen markierte den bisherigen Höchststand. Die Differenz zum Kyotoziel für 2010 beträgt damit 29,6 Indexpunkte.

Hauptverursacher

Als Hauptverursacher machte das Umweltbundesamt (UBA) drei Faktoren aus: Verkehr, öffentliche Strom- und Wärmeproduktion sowie die Industrie.

Den stärksten Zuwachs verzeichnete im vergangenen Jahrzehnt der Straßenverkehr, wo es von 1990 bis 2003 ein Treibhausgas-Plus von zehn Millionen Tonnen (plus 83,5 Prozent) gab. Dass das wichtigste Treibhausgas Kohlendioxid (CO2) im Jahr 2003 so stark angestiegen ist, liegt laut Umweltbundesamt hauptsächlich am Anstieg der öffentlichen Strom- und Wärmeproduktion in kalorischen Kraftwerken.

Angesichts der eher ernüchternden Bilanz Österreichs hinsichtlich der Kyoto-Klimaziele will Umweltminister Pröll die bestehenden Strategien "nachschärfen". (APA)

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    Verursacher der Treibhausgas-Emissionen

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