VW mit Absatz-Einbruch in den USA

13. Mai 2005, 19:32
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Verkaufszahlen um 28,1 Prozent eingebrochen - Auch Porsche und BMW im Minus

Frankfurt - Der deutsche Autobauer Volkswagen hat im April auf dem weltgrößten Absatzmarkt USA einen heftigen Rückschlag verbucht. Die Verkaufszahlen des Konzerns brachen binnen Jahresfrist um 28,1 Prozent auf 18.458 Fahrzeuge ein, teilte VW am Dienstagabend in Auburn Hills mit.

Auf der Verliererseite landete auch der erfolgsverwöhnte Sportwagenbauer Porsche. Der Absatz der Stuttgarter auf ihrem wichtigsten Exportmarkt Nordamerika ging wegen des schwächelnden Geländewagens Cayenne um sieben Prozent zurück. Bei BMW ging der Verkauf um fünf Prozent auf 25.382 Autos zurück.

DaimlerChrysler mit Zuwächsen

DaimlerChrysler steigerte dagegen die Auslieferungen um neun Prozent auf 225.351 Fahrzeuge. Dabei legte Mercedes-Benz um zwei Prozent und Chrysler um neun Prozent zu. Zwischen Jänner und April stieg der Konzernabsatz damit um fünf Prozent auf 815.859 Fahrzeuge. Bei Mercedes-Benz lag der Absatz (62.581) in diesem Zeitraum allerdings um sieben Prozent unter dem Vorjahreswert.

Bei VW verkauften sich im April alle wichtigen Modelle wesentlich schlechter als im Vorjahresmonat. Bei der neuen Jetta-Limousine ging der Absatz um 6,6 Prozent auf 7.498 Autos zurück, beim auslaufenden Passat um 54,4 Prozent auf 3.408. Der Geländewagen Touareg büßte 34,9 Prozent auf 1.410 Fahrzeuge ein.

Vom Phaeton setzte VW zwischen Jänner und März nur noch 61 (Vorjahr: 173) Wagen ab. Die VW-Tochter Audi hielt den Absatz im April mit 7.202 Autos nahezu auf Vorjahresniveau. VW hofft, dass die neuen Jetta- und Passat-Modelle im Jahresverlauf eine Trendwende beim Absatz einleiten können. 2004 musste VW in den USA einen Verlust von 907 Mio. Euro ausweisen.

Porsche: Rückschlag bei Cayenne

Porsche lieferte im April 3.307 (3.545) Fahrzeuge aus. Einen Rückschlag erlebte der Geländewagen Cayenne: Hier schrumpfte die Verkaufszahl um 37 Prozent auf 1.146 Einheiten. Das in den USA enorm wichtige Segment für Geländewagen ist wegen steigender Benzinpreise unter Druck geraten.

Vom neuen Boxster verkaufte Porsche 1.026 Fahrzeuge, ein Plus von 81 Prozent. Der Absatz des 911er ging dagegen um 4 Prozent auf 1.092 zurück. Vom Carerra GT wurden 43 (12) Fahrzeuge verkauft.

Auch US-Autobauer im Minus

Der weltgrößte Automobilkonzern General Motors (GM) verzeichnete im April auf seinem Heimatmarkt einen Absatzrückgang um sieben Prozent auf 385.939 Fahrzeuge. Dank neuer Modelle erreichte GM in der wichtigen Pkw-Sparte aber ein Absatzplus von 7,5 Prozent auf 170.618 Autos. Die Lkw-Auslieferungen sanken um 17 Prozent auf 215.321.

Der Absatz des zweitgrößten US-Autoherstellers Ford ging um rund zwei Prozent auf 281.292 Fahrzeuge zurück. Insgesamt verkaufte Ford wie im Vorjahresmonat knapp 98.000 Pkw. Die Nutzfahrzeugsparte büßte dagegen 2,4 Prozent auf 183.714 Fahrzeuge ein.

Der schärfste GM- und Ford-Rivale Toyota erlebte in den USA den besten Verkaufsmonat in seiner Geschichte. Der Absatz schoss im Vorjahresvergleich um 21,3 Prozent auf 210.466 Fahrzeuge in die Höhe. (APA)

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