Völkermord-Tribunal finanziell gesichert

24. Mai 2005, 12:00
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Nur noch zehn Rote Khmer-Funktionäre am Leben - China äußert Vorbehalte gegen UNO-Prozess

Phnom Penh - Die Vereinten Nationen haben der kambodschanischen Regierung mitgeteilt, dass die Einrichtung eines Völkermord-Tribunals nun finanziell gesichert ist. Vor dem Strafgerichtshof sollen sich die noch lebenden Führer der Roten Khmer verantworten, unter deren Terrorregime in den 1970er Jahren zwei Millionen Kambodschaner gewaltsam umgekommen sind. Ministerpräsident Hun Sen erklärte am Dienstag in Phnom Penh: "Niemand wünscht dringender als wir, dass den Führern der Roten Khmer der Prozess gemacht wird".

Nur noch zehn lebende Funktionäre

China, das die Roten Khmer unterstützt hatte, steht dem UNO-Tribunal ablehnend gegenüber. 1979 hatte eine vietnamesische Militärintervention die Gewaltherrschaft der Roten Khmer beendet. Von den hochrangigen Funktionären der Roten Khmer leben nur noch zehn. Ihr Führer Pol Pot (eigentlich Saloth Sar), genannt "Bruder Nummer 1", starb 1998 in einem Dschungelversteck an der thailändischen Grenze. Der ehemalige nominelle Präsident Khieu Samphan und Ex-Außenminister Ieng Sary sind auf freiem Fuß.

Die Roten Khmer versuchten das südostasiatische Land in eine kollektivistische Agrargesellschaft umzuwandeln. Die Angehörigen der Intelligenz wurden systematisch ausgerottet. (APA/AP/AFP)

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    Zwei Millionen KambodschanerInnen fielen in den 70ern dem Gewalt-Regime der Roten Khmer zum Opfer.

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