FIA will den BAR-Ausschluss

5. Mai 2005, 14:58
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Zusätzlich eine Million Euro Strafe gefordert - Das Team steht unter Verdacht in Imola einen unerlaubten Zusatztank verwendet zu haben

Paris - Dem Formel 1-Team BAR-Honda droht wegen der "Tank-Affäre" von Imola der Ausschluss von der laufenden Weltmeisterschaft und eine Geldstrafe von einer Million Euro. Diese drastische Strafe hat der Internationale Automobil-Verband (FIA) am Mittwoch bei der Berufungsverhandlung in Paris gefordert. Die Vertreter des britisch-japanischen Teams beteuerten dagegen ihre Unschuld und erklärten, nicht gegen das Reglement verstoßen zu haben.

Start in Barcelona ungewiss

Streitpunkt des brisanten Prozesses sind neun Kilogramm Benzin in einem Zusatztank. Beim Großen Preis von San Marino in Imola sollen die beiden BAR-Honda-Boliden untergewichtig gewesen sein. Vier Tage vor dem Großen Preis von Spanien in Barcelona ist bis zur Urteilsverkündung am Donnerstag offen, ob der Rennstall beim fünften Saisonlauf starten darf.

Treibstoff als Ballast

FIA-Chefkommissar Charlie Whiting warf bei der Befragung im FIA-Hauptsitz in Paris den Beschuldigten vor, Benzin reglementswidrig als Ballast eingesetzt zu haben. Auf die Fragen der vier unabhängigen Richter unter Vorsitz des Spaniers Xavier Conesa erklärte Whiting, das Team habe neun Kilogramm Treibstoff in einem zusätzlichen Tank bei der obligatorischen technischen Abnahme nach dem Großen Preis von San Marino am 24. April verschwiegen. Das Reglement lege jedoch eindeutig fest, dass Benzin nicht als Ballast verwendet werden darf. Die Rennwagen müssen mindestens 600 Kilogramm wiegen.

Ungereimtheiten

Der englische Star- und BAR-Honda-Anwalt David Pannick erklärte am Mittwoch in Paris, dass der vom FIA-Offiziellen gefragte Mechaniker lediglich mit dem Abpumpvorgang nach dem ersten Wiegen betraut gewesen sei. Daher habe dieser auf die Frage, ob der Tank nun leer sei, auch mit ja geantwortet. Der ganze Betrugsvorwurf fuße also auf einem Missverständnis, behauptete Pannick in seinem Plädoyer.

Der angeklagte Rennstall behauptete auch, dass kein Paragraf eindeutig festlege, ob das Mindestgewicht mit oder ohne Benzin gelte. "BAR-Honda hat sich ein Schlupfloch im Reglement gesucht und absichtlich verhindert, dass wir mit dem normalen Absaugvorgang das Benzin herausholen können", meinte hingegen Pierre de Coninck von der FIA. "BAR-Honda wollte uns mit den eigenen Daten überzeugen. Wir können uns aber nur auf die physischen Untersuchungen verlassen."

Catch-Tank

Geoff Willis, der Technische Direktor des Teams, versicherte: "Ich würde dem Team nie erlauben, etwas zu tun, was illegal ist." Es handle sich hier um ein Missverständnis. Auf Nachfragen der Richter meinte Willis, dass jedes Formel-1-Fahrzeug einen Zusatztank, den so genannten Catch-Tank habe. Dadurch werde gewährleistet, dass die Benzinpumpe auch unter extremen Bedingungen wie hoher Kurvengeschwindigkeit immer Sprit saugen kann. "Wir brauchen diesen Tank, sonst läuft unser Motor fest", sagte der Techniker. Die FIA bestreitet allerdings, dass es sich bei besagtem Zusatzbehälter um jenen "Catch-Tank" handle, über den jeder Rennwagen verfügt.

Punkteabzug, Geldstrafe oder Ausschluss

Der Technische Direktor der FIA, Jo Bauer, hat eingeräumt, seit einer Tankinspektion beim Großen Preis von Malaysia am 20. März Kenntnis von dem zusätzlichen Tank gehabt zu haben. Gut möglich also, dass BAR-Honda drei Tage vor dem Großen Preis von Spanien in Barcelona von der WM ausgeschlossen wird. "Wenn jemand beim eindeutigen und absichtlichen Betrug erwischt wird, wird er von der WM ausgeschlossen. Egal, wer es ist", hatte FIA-Chef Max Mosley bereits vor der Verhandlung betont. Sollte der Betrugsvorwurf nicht als bewiesen angesehen werden, drohen Punktabzug und/oder eine Geldstrafe. (APA/dpa)

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    Für BAR wird es eng.

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