"Austrian Grid": Grid-Computing auch in Österreich

12. Mai 2005, 18:44
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Ein Terabyte Speicher - 550 Milliarden Fließkomma- zahlenoperationen pro Sekunde - Aufteilung auf drei Standorten

Mit dem "Austrian Grid Projekt" haben österreichische Wissenschafter standortunabhängig Zugriff auf eine Rechenleistung von mehr als 550 Gigaflop/s (550 Milliarden Fließkommazahlenoperationen pro Sekunde, Anm.) und auf eine Speicherkapazität von mehr als einem Terabyte. Für eine Eintragung in die Top500-Supercomputer Liste fehlen allerdings noch mindestens 300 Gigaflop/s. Zu den Hauptnutzern des "Austrian Grid" zählen derzeit der medizinische Bereich, die Hochenergiephysik, numerische und astrophysikalische Simulationen und die Meteorologie.

Skalierbarkeit

Der wesentliche Vorteil der Grid Computing Lösung gegenüber herkömmlichen Systemen ist die hervorragende Skalierbarkeit. Durch das Hinzufügen von zusätzlichen Knoten und Verbindungen lässt sich die Leistungsfähigkeit relativ einfach erhöhen. Im Gegensatz zu einem zentralen Großrechner wird bei einem Grid die Rechenleistung vieler unterschiedlicher Computer innerhalb eines Netzwerks so zusammengefasst, dass über den reinen Datenaustausch hinaus die verteilte Lösung von rechenintensiven Problemen ermöglicht wird .

96 Intel Itanium 2 Prozessoren

Das Herzstück des "Austrian Grid" besteht aus sechs SGI Altix 350 Systemen mit insgesamt 96 Intel Itanium 2 Prozessoren, die jeweils mit 1,4 GHz getaktet sind. Ein Knoten an der Uni Linz integriert 64 CPUs, zwei weitere in Salzburg und Innsbruck je 16 Prozessoren. Die Rechenknoten sind über das Internet und entsprechende Grid-Software miteinander verbunden. Insgesamt verfügt das Grid derzeit über einen Hauptspeicher von 128 GB und eine Festplattenkapazität von einem Terabyte (1024 Gigabyte).

Operationsoptimierung

Im Bereich Medizin wird das "Austrian Grid" für die Optimierung von Augenoperationen eingesetzt. Über das Grid kann jeder Arzt die aufwändige Berechnung und Visualisierung der Operation im Vorfeld einfach und schnell von seinem PC aus vornehmen. In der Meteorologie dient die Grid Lösung dazu, der überproportionalen Erhöhung der Komplexität und des Rechenzeitbedarfs von Wettermodellen Rechnung zu tragen und ermöglicht so eine erhöhte Vorhersagegenauigkeit.

"Cluster" und "Grid"

Der Unterschied zwischen "Cluster" und "Grid": Bei einem Cluster handelt es sich im einen festen Verbund mehrerer gleichartiger Maschinen, deren Kommunikation zumeist in einem lokalen Netz abläuft und die örtlich nicht weit voneinander getrennt sind. Die Hauptaufgabe eines Cluster ist die Bearbeitung der für den Cluster vorgesehenen Aufgaben. Ein Grid besteht hingegen auch verschiedenartigen Maschinen, die geographisch an völlig unterschiedlichen Orten aufgestellt sein können. Im Normalfall hat jeder Knoten des Grids eine eigene "Hauptaufgabe", die Grid-Anwendungen werden in Zeiten niedriger Auslastung oder "nebenher" abgearbeitet. (APA)

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Austrian Grid Projekt

Info:
Das Austrian Grid Projekt wurde von den Universitäten Linz, Innsbruck, Graz, Salzburg und Wien, der technischen Universität Wien, den medizinischen Universitäten Wien und Innsbruck, der Akademie der Wissenschaften, der HITT Health Information Technology Tirol sowie dem Umweltbundesamt ins Leben gerufen.

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