Pressestimmen: "Großbritannien verdient etwas Besseres als Blair"

5. Mai 2005, 23:09
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"Daily Mail" fordert Denkzettel für Labour

Paris - Zeitungen befassen sich am Mittwoch in Kommentaren mit den bevorstehenden Parlamentswahlen in Großbritannien am Donnerstag:

"Le Figaro" (Paris, konservativ):

"Das Lächeln und der Charme des britischen Premierministers Tony Blair sind uns so geläufig geworden, dass sie fast schon ihre Wirkung verloren haben. Dabei ist er es doch, der sich wie kein anderer Brite vor ihm in das Herz unseres Europa hochgehantelt hat, auch wenn sein Land bei der gemeinsamen Währung noch draußen steht. Die zehn neuen EU-Mitglieder, die vor einem Jahr dazugestoßen sind und als Schüler des liberalen britischen Modells gelten, stärken ihm sehr den Rücken.

Es fehlt in Großbritannien nicht an kühnen Geistern, die hoffen, dass Frankreich die EU-Verfassung am 29. Mai ablehnt. Denn dann, so denken sie, könnte ein wiedergewählter Tony Blair von der britischen EU-Präsidentschaft in der zweiten Jahreshälfte profitieren, um Europa endgültig auf den von ihm bevorzugten Weg zu bringen. Und der führte zu einem großen Markt, auf dem der angelsächsische Liberalismus jede Anwandlung politischer Integration wegfegen würde."

"Daily Mail" (London, konservativ):

"Die Mail bittet alle ihre Leser ungeachtet ihrer politischen Orientierung genau zu überlegen, bevor sie ihre Stimme abgeben. Wir können einfach nicht glauben, dass es viele ehrliche Anhänger der Labour Party, der Liberaldemokraten oder der Konservativen gibt, die die Aussicht auf eine neue große Mehrheit für Blair nicht abschreckt. Wir veröffentlichen heute Einzelheiten zu 60 Wahlkreisen, die auf der Kippe stehen. Schon ein paar Stimmen könnten dort eine große Wirkung haben und Blairs große Mehrheit drastisch verringern, so dass er in Zukunft gezwungen ist, zuzuhören. Was immer Ihre politische Heimat ist, wir rufen Sie auf, taktisch zu wählen, so dass der Labour-Kandidat jeweils verliert. Großbritannien verdient etwas Besseres als Blair. In Ihren Händen liegt es, ihm einen ordentlichen Denkzettel zu verpassen." (APA/dpa)

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