Portugiese stach Caspar Einem als Galileo-Chef aus

11. Mai 2005, 12:26
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Vier Kandidaten zu Anhörung eingeladen

Brüssel - Der Portugiese Pedro Pedreira wird Leiter der Aufsichtsbehörde des im Aufbau befindlichen europäischen Satellitennavigationssystems Galileo, teilte die EU-Kommission am Dienstag mit. Ex-Wissenschaftsminister Caspar Einem, derzeit SP-Nationalratsabgeordneter und EU-Sprecher seiner Partei, war ebenfalls heißer Kandidat für den Posten. Er unterlag in der Anhörung am Montag, zu der noch vier Kandidaten eingeladen waren.

In Brüssel war man zunächst davon ausgegangen, dass einer der beiden französischen Kandidaten wohl das Rennen machen werde. Doch die Wahl fiel nach sechsstündigen Beratungen und Abstimmungen auf den Außenseiter Pedreira, der zehn Jahre bei Eutelsat in Paris und zuletzt im Management der portugiesischen Telekom tätig war. Ein Plus für ihn dürfte gewesen sein, dass er sich bei der Anhörung am Montag fließend in fünf Sprachen vorstellen konnte. Ein Problem für Einem könnte gewesen sein, so ein Beobachter, dass er mehr politische als technische Erfahrung einbrachte. Der neue Job mit fünfjähriger Amtszeit umfasst vor allem die Überwachung der Ausschreibung für das neue System.

Konkurrenz zu GPS

"Galileo" ist als Konkurrenz zum amerikanischen Global Positioning System (GPS) geplant. So soll über die Europäische Weltraumorganisation ESA ein Satellitennetz errichtet werden, das rund um den Globus exakte Navigation ermöglicht. Europa will damit vom GPS unabhängig werden, da das amerikanische System teilweise vom Militär kontrolliert und etwa bei Konflikten bewusst gestört werden kann. Systeme, die von der Satellitennavigation abhängig sind, können so jederzeit in Probleme geraten. Derzeit läuft das Vergabeverfahren für die Errichtung von "Galileo". (APA)

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