Al-Aksa-Brigaden drohen mit Aufkündigung der Waffenruhe

6. Mai 2005, 14:00
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Israel soll Fahndung nach Mitgliedern der Organisation einstellen

Jerusalem - Eine militante Palästinensergruppe hat mit der Aufkündigung des Waffenstillstands vom 8. Februar binnen einer Woche gedroht, falls Israel weiter gegen ihre Mitglieder vorgehen sollte. Ein Sprecher der Al-Aksa-Märtyrerbrigaden sagte am Dienstag in Nablus, die israelischen Streitkräfte hätten seit der Waffenruhe im Westjordanland und dem Gazastreifen insgesamt 850 Aktionen unternommen, um nach Mitgliedern der Organisation zu suchen und diese festzunehmen.

Die israelischen Streitkräfte bestätigten die Zahl nicht. Die Angaben würden überprüft, hieß es. Die Armee wies jedoch darauf hin, dass es seit dem Waffenstillstand keine gezielten Tötungen militanter Palästinenser mehr gegeben habe. Die Al-Aksa-Märtyrerbrigaden stehen der Palästinensischen Befreiungsorganisation (PLO) von Präsident Mahmud Abbas nahe.

Entwaffnung gefordert

Die israelische Regierung forderte unterdessen die Entwaffnung des militärischen Flügels der radikalen Hamas. Andernfalls werde Israel die Teilnahme der Organisation an der palästinensischen Parlamentswahl im Juli nicht akzeptieren. Auch sei Israel nicht zu neuen Schritten im Friedensprozess nach der internationalen Roadmap bereit, teilten Regierungsvertreter in Jerusalem mit.

Abbas hat mit der Hamas eine Art Stillhalteabkommen getroffen. Er gestand den Mitgliedern der islamischen Bewegung zu, dass sie ihre Waffen behalten dürfen, solange sie diese nicht gegen Israel einsetzen oder sich damit in der Öffentlichkeit zeigen. Abbas sagte den Hamas-Funktionären im April, dass bei der Umwandlung in eine politische Partei keine Waffen mehr erforderlich seien. Er stellte ihnen aber kein Ultimatum für eine Entwaffnung. Es wird erwartet, dass die Hamas bei der Parlamentswahl die meisten Stimmen erhalten wird.

Palästinensische Polizisten nahmen am Montagabend im Gazastreifen einen Hamas-Aktivisten fest. Im Kofferraum seines Autos wurden zwei Schusswaffen und eine Abschusseinrichtung für Raketen sicher gestellt. Nach einer Intervention der Hamas-Führung und ägyptischer Diplomaten wurde der Mann am Dienstag wieder freigelassen. (APA/AP)

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