Rottenbergs Boulevard: Ein Hochamt der Weltliteratur

5. Mai 2005, 21:02
posten

Das Problem der großen Bühnen ist ja, dass sie das Volk nicht erreichen

Das Problem der großen Bühnen ist ja, dass sie das Volk nicht erreichen. Und das liegt oft an der Unmöglichkeit, Zugang (sprich Tickets) zur Hochkultur zu bekommen - vorausgesetzt, diverse Räuber oder Maria Stuarts stehen überhaupt auf dem Spielplan.

Doch Rettung naht: Im Gerhard Boceks gleichermaßen in Sachen Spargel, Kunst und Volksbildung engagiertem Marchfelderhof (Sisi am Damenklo, Birgit Sarata im Gastraum; www.marchfelderhof.at eröffneten zwei ob ihrer Verdienste um Kultur und Literatur bekannte Wiener eine Text-Offensive - "Klassik für Genießer" - und lasen Schiller vor: Jeannine und ihr Friedrich deklamierten anlässlich des 200. Todestages ihres doch fast ebenso berühmten Namensvetters dessen Texte vor einem kunstbeflissenen Auditorium (u. a. Ferry Mossboeck, Andrea Fendrich, Verena Auersperg, Eva Fuchs, La Hong, Magic Christian) - und leiteten dann zu einem launigen Zitat- erkennungs-"Schiller-Toto". Zuletzt sang man "Freude schöner Götterfunke" - wohl weil das passende Zitat nicht von Friedrich Schiller, sondern von den Britpoppern Blur stammt: "This is hardcore."

Share if you care.