US-Notenbank erhöht Leitzins auf drei Prozent

20. Mai 2005, 16:48
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Um 25 Basispunkte - Achte Zinserhöhung seit Juni

Washington - Die US-Notenbank (Fed) hat den Leitzins am Dienstag wie erwartet zum achten Mal in Folge um 25 Basispunkte auf 3,00 Prozent angehoben und erneut eine Fortsetzung ihrer moderaten Erhöhungen signalisiert. Zugleich wies sie erneut darauf hin, dass der Inflationsdruck in jüngster Zeit zugenommen hat. Die Anhebung war bereits die achte seit Juni, als die Zinsen auf dem niedrigsten Niveau seit 46 Jahren standen. Mit der schrittweisen Erhöhung soll einer Inflationsgefahr vorgebeugt werden.

"Maßvolle Straffung" der Geldpolitik

Der als Schlüsselzins geltende Zielsatz für Tagesgeld steige auf drei Prozent, teilte der für die Geldpolitik verantwortliche Offenmarktausschuss (FOMC) der Fed nach seiner Sitzung mit. Damit liegen die US-Zinsen ein Prozentpunkt höher als in der Euro-Zone. Die Europäische Zentralbank (EZB) berät bei ihrer Ratssitzung am Mittwoch über die künftige Geldpolitik. Seit Juni 2003 hält sie den Leitzins auf dem historischen Tief von 2,0 Prozent stabil.

"Maßvolles Tempo"

Die Fed bekräftigte, die weiter lockere Geldpolitik auch künftig in einem "maßvollen Tempo" straffen zu wollen, um Inflationsgefahren vorzubeugen. Mit dieser Formulierung signalisieren die Währungshüter seit einigen Monaten, dass die Leitzinsen in moderaten Schritten angehoben werden. Die Auf- und Abwärtsrisiken für die Preisstabilität und das Wirtschaftswachstum hielten sich in etwa die Waage, bekräftigte die Notenbank. Auf konjunkturelle Veränderungen werde sie reagieren, sofern dies erforderlich werde.

Die Bedingungen am Arbeitsmarkt verbesserten sich weiterhin schrittweise. Das Wachstumstempo der Wirtschaft sei weiterhin solide, wobei die hohen Energiekosten aber das robuste Wachstum der Konsumausgaben dämpften. Ende Juni 2004 hatte die Fed mit der ersten Erhöhung seit vier Jahren die Zinswende in den USA eingeleitet. Mit der erneuten Anhebung verteuert sich die Kreditaufnahme für Verbraucher und Unternehmen in der weltgrößten Volkswirtschaft weiter.

Die US-Börsen reagierten mit geringfügigen Verlusten auf die Erklärung der Fed. Der Dollar legte leicht zu.

Die Fed legt die Zinsen für kurzfristige Kredite zwischen den Banken fest. Es ist ihr wichtigste Mittel zur Beeinflussung der wirtschaftlichen Aktivität. Bis Juni hatte die so genannte Funds Rate lange Zeit auf 1 Prozent verharrt, dem niedrigsten Stand seit 46 Jahren. Nach dem extrem niedrigen Zinsniveau im Gefolge der Rezession von 2001 strebt Notenbankchef Alan Greenspan jetzt mit Blick auf die Erholung der Wirtschaft wieder eine Normalisierung an. Viele Analysten erwarten den Leitzins zum Jahresende bei rund 4 Prozent. (APA)

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