Streit um freie Lkw-Fahrt

4. Mai 2005, 19:15
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Furcht vor mehr Staus zur Hauptreisezeit

Wien – Die Staus auf den Autobahnen werden heuer im Sommer wohl länger werden. Der Grund: erstmals seit 1993 gibt es heuer keine „Ferienreiseverordnung“, mit der das Wochenendfahrverbot für Lkw ausgedehnt wird. Die Autofahrerclubs sind empört und sehen ein Nachgeben gegenüber den Frächtern.

Ferienregelung

Grundsätzlich dürfen zwischen Samstag 15 und Sonntag 22 Uhr keine Brummis auf den Autobahnen fahren. Von Juli bis bis Mitte September startete das Verbot bisher schon Samstag um 8 Uhr Früh, an den vier reisestärksten Wochenenden mussten die Lkw auch Freitag zwischen 15 und 19 Uhr ausweichen.

Genau dieser Ausweichverkehr hat die Bundesländer Oberösterreich, Salzburg und Tirol beunruhigt. „Mit den Fahrverboten auf Ausweichstrecken nach Einführung der Maut sollte erreicht werden, dass der Schwerverkehr auf der Autobahn bleibt. Durch die Ferienreiseverordnung wird das aber im Sommer konterkariert“, argumentiert Oberösterreichs Verkehrslandesrat Erich Haider (SP).

ÖAMTC und ARBÖ sehen das anders: mehr Lkws auf Autobahnen bedeuten mehr Stau. Eine Sicht, die durch ein Gutachten des Kuratoriums für Verkehrssicherheit – erstellt im Auftrag des Verkehrsministeriums – untermauert wird und das für ein Beibehalten des Systems plädiert. Minister Hubert Gorbach (BZÖ) folgte jedoch dem Mehrheitswunsch der Länder und will nur an Einzeltagen bestimmte Strecken sperren. (moe, DER STANDARD Printausgabe, 04.05.2005)

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