Kanadisches Schaulaufen gegen Slowenen

5. Mai 2005, 19:02
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Gruppe B: Der überforderte Aufsteiger ging gegen Titelverteidiger 0:8 unter - Gruppe D: Schweiz kämpft Kasachstan nieder

Innsbruck/Wien - Titelverteidiger Kanada hat am Dienstagnachmittag bei der Eishockey-WM in Innsbruck ein weltmeisterliches Schaulaufen veranstaltet. Die hoch favorisierten Canucks wurden - im Gegensatz zur Auftaktpartie gegen Lettland (6:4) - beim 8:0-Erfolg über Slowenien kaum gefordert. Der Aufsteiger wartet nach der 0:7-Schlappe gegen die USA hingegen weiterhin auf ihr erstes WM-Tor.

In der Vorrunden-Gruppe D feierte die Schweizer Nati einen knappen, aber verdienten 2:1-Erfolg über Kasachstan. Im zu erwartenden Fall einer Niederlage Deutschlands gegen Tschechien im Abendspiel würde sich der Gruppen-Vierte und damit erste Gegner Österreichs in der Relegation erst am Donnerstag (20:15 Uhr) im direkten Duell zwischen Deutschland und der Schweiz entscheiden.

Superlinie schlug wieder zu

Kanada erwischte einen Traumstart, lag dank zweier Tore von Joe Thornton bereits nach 5:08 Minuten 2:0 in Front. Der 26-jährige Center von den Boston Bruins hatte allerdings jeweils von groben Schnitzern im slowenischen Spielaufbau profitiert. Thornton, der auch das 5:0 von Simon Gagne im Powerplay (33.) und das 6:0 von Jungstar Rick Nash (45.) vorbereitete, setzte sich dadurch mit sieben Punkten (drei Tore und vier Assists) vorerst an die Spitze der WM-Scorerwertung.

Gemeinsam mit Gagne und Nash zeichnete Thornton in der bis dato effektivsten Sturmlinie des Turniers mit acht Treffern für mehr als die Hälfte der insgesamt 14 kanadischen Tore verantwortlich. "Wir sind ein großartiges Team", hatte der NHL-Superstar schon beim Auftakt vermeldet. Und so spielten die Kanadier auch - schnörkellos, fehlerlos, fast emotionslos. Zu deutlich war die Überlegenheit des 24-fachen Weltmeisters, für den auch Brendan Morrison (14., 47.) zwei Mal traf.

Kamera knallte von der Decke

Und trotzdem erlebte der Olympiasieger eine kleine Schrecksekunde: Nach 18:38 gespielten Minuten löste sich in einer Spielunterbrechung - Brodeur-Ersatz Roberto Luongo hatte im kanadischen Tor soeben den ersten ernst zu nehmenden Angriff der Slowenen abgewehrt - eine Fotokamera von der Hallendecke, stürzte auf die Eisfläche. Verletzt wurde niemand, auch das Eis hielt Stand.

In Wien muckt nun auch die Bande

In der Wiener Stadthalle sahen die etwa 7.000 Zuschauer eine nicht unbedingt hochklassige, aber abwechslungsreiche Partie zwischen der Schweiz und Kasachstan. Nachdem das Spiel in der vierten Minute wegen einem technischen Problem an der Bande für einige Zeit unterbrochen war, sorgte der kasachische Stürmer Pscheljakow (6:37 Min.) für den ersten sportlichen Aufreger und die Führung seines Teams. Kowalenko hatte die Vorarbeit geleistet. Fischer (10:23) gelang im Powerplay nach Assist von Lemm der Ausgleich der Eidgenossen.

Im zweiten Drittel fanden die immer stärker werdenden Schweizer zahlreiche hochkarätige Torchancen vor, scheiterten aber am ausgezeichneten Torhüter der Kasachen. Erst im Schlussabschnitt traf Jeannin (45.) nach Vorarbeit seines Sturmkollegen Wichser zur Führung, die bis zum Ende hielt. (APA/red)

Vorrund Gruppe B:

  • Kanada - Slowenien 8:0 (3:0,2:0,3:0). Innsbrucker Olympiahalle, 5.500 Zuschauer, SR Lauff/Pouzar/Takula (SVK/CZE/SWE).

    Tore: Thornton (2., 6.), Morrison (14., 47.), Maltby (22.), Gagne (33./PP), Nash (45.), Smyth (55.) Strafminuten: 10 bzw. 10

    Kanada: Luongo - Souray; Boyle; Hannan, Redden; Regehr, Jovanovski; Phillips - Maltby, Draper, Doan; Gagne, Thornton, Nash; Smyth, Morrison, Heatley; Morrow, Marleau, Walker

    Slowenien: Glavic - Ciglenecki, Varl; Dervaric, Robar; Rebolj, Golicic; Zajc, Sotlar - M. Rodman, Kopitar, Razingar; Kontrec, Jan, Terglav; Zagar, Avgustincic, Rozic; D. Rodman, Hafner, Sivic

    Gruppe D:

  • Kasachstan - Schweiz 1:2 (1:1,0:0,0:1). Wiener Stadthalle, 7.000, SR Matsuoka/Blumel/Brodnicki (CAN/CZE/GER). Tore: Pscheljakow (7.) bzw. Fischer (11./PP), Jeannin (45.)

    Kasachstan: Kolesnik - Koledajew, Argokow; Blochin, Antipin; Sokolow, Kowalenko; Litwinenko - Politschschuk, Alexandrow, Komissarow; Dudarew, Koslow, Upper; Schafranow, A. Koreschkow, J. Koreschkow; Trotschschinskij, Ogorodnikow, Pscheljakow

    Schweiz: Gerber - Keller, Streit; Vauclair, Lemm; Blindenbacher, Bezina; Forster, Seger - Della Rossa, Pluss, Di Pietro; Ambuhl, Conne, Romy; Jeannin, Fischer, Wichser; Paterlini, Ziegler, Ruthemann

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      Doch, manchmal waren auch die Slowenen oben auf: im konkreten Fall Anze Kopitar auf Robyn Regehr.

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      Dieses Teil sauste von der Decke.

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