Ostregion sucht gemeinsam nach Maßnahmen

11. Mai 2005, 08:46
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Wien, Niederösterreich und das Burgenland bilden eine Feinstaub-Arbeitsgruppe

Wien - Die Bundesländer Niederösterreich, Burgenland und Wien haben am Dienstag über Maßnahmen für eine Reduktion der Feinstaub-Belastung beraten. Die Umwelt-Ressortchefs der drei Länder vereinbarten dabei im Wiener Rathaus, ihre Ende September fälligen Maßnahmenpläne untereinander abzustimmen und in einer Arbeitsgruppe ein gemeinsames Paket zu schnüren.

Stark betroffen

Wiens Umweltstadträtin Ulli Sima (S) sowie die Umweltlandesräte Josef Plank (V) aus Niederösterreich und Verena Dunst (S) aus dem Burgenland demonstrierten nach dem Gespräch Einigkeit. Man habe sich für eine gemeinsame Vorgangsweise entschieden, weil man die Luft in den drei Bundesländern nicht einfach auseinander dividieren könne und man gemeinsam vom Ferneintrag aus den östlichen Nachbarländern stark betroffen sei, so Sima.

Laut Plank sollen Maßnahmen beim Verkehr und generell zur Reduktion des Energieverbrauchs ergriffen werden. Zusätzlich will man Industrieanlagen so rasch wie möglich auf den Stand der Technik bringen. Er betonte, dass es im Verkehrsbereich vor allem um Bewusstseinsbildung und die Steigerung der Attraktivität des öffentlichen Verkehrs gehe. Eine Förderung für die Partikelfilter-Nachrüstung wird es vorerst nicht geben, weil Experten sich dazu laut Sima skeptisch gezeigt haben.

Fern-Feinstaub

Dunst wies darauf hin, dass im Burgenland nur 2,5 Prozent des Feinstaubs hausgemacht seien. "Ich appelliere an den Bund und die EU, uns hier in dieser Problematik nicht allein zu lassen", sagte sie daher.

Bereits im Vorfeld des Gesprächs hatte sich die Wiener Rathaus-Opposition pessimistisch gezeigt. Maßnahmen gegen Feinstaub seien überfällig, die Wiener SPÖ habe sich aber vor allem auf das Abschieben der Verantwortung konzentriert, meinte etwa VP-Landesgeschäftsführer Norbert Walter. Auch Rüdiger Maresch, Umweltsprecher der Grünen, warf der Stadtregierung "Beschwichtigen und Herauszögern" vor.

Global 2000 fordert Citymaut

Die Umweltschutzorganisation Global 2000 forderte den Stopp weiterer Straßenbauten in der Ostregion sowie den massiven Ausbau der öffentlichen Verkehrsmittel vor allem in Niederösterreich. Zur Reduktion des Autoverkehrs in Ballungsräumen verlangte Global 2000 erneut die Schaffung einer "Citymaut". Außerdem sollte - zumindest im Winter - auf den meisten Stadt-Straßen Tempo 30 eingeführt werden. (APA)

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