Kolportiert: Spargelkoalition neu

3. Mai 2005, 17:50
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Mainoni soll sich verstärkt um rot-orange Annäherung kümmern

In den Koalitionsspekulationen zwischen Schwarz, Rot und Grün spielt das BZÖ derzeit keine Rolle – sehr zum Missfallen einiger hochrangiger Roter wie Oranger. Schon aus strategischen Gründen wäre es ihnen recht, wenn die etwas in Vergessenheit geratene Spargelkoalition wiederbelebt würde, die Jörg Haider und SPÖ-Chef Alfred Gusenbauer im Mai 2003 bei Rotwein und Spargel begründet hatten.

Deshalb soll sich BZÖ-Infrastruktur-Staatssekretär Eduard Mainoni verstärkt um die rot-orange Annäherung kümmern: Am Montagnachmittag war er bereits zum zweiten Mal Gastgeber einer prominent besetzten informellen Runde in seinem Ministerbüro. Gekommen waren Ex-SPÖ-Innenminister Karl Schlögl und Michael Sika, Exgeneraldirektor für öffentliche Sicherheit – und noch ein ehemaliger roter Minister. Zur Auflockerung gab es ausgesuchte friaulische Weine, die der bekennende Norditalienliebhaber Mainoni persönlich importiert hat. Geplaudert wurde nicht nur über innere Sicherheit und Verkehrspolitik, sondern auch über das unterkühlte Verhältnis zwischen Orange und Rot. Man war sich einig: der Dialog muss aufrechterhalten werden, auch wenn Haider laut SPÖ- Bundesgeschäftsführerin Doris Bures kein Koalitionspartner mehr sein darf.

Kurz vor Weihnachten hatte Mainoni bereits Gusenbauers Wirtschaftsberater Hannes Androsch und den roten Seniorenchef Karl Blecha bei sich zu Gast – ebenfalls zum Gefallen beider Seiten. Das nächste Treffen der "Friaulischen Runde" soll deshalb noch vor dem Sommer stattfinden. (DER STANDARD, Printausgabe, 4.5.2005)

von Barbara Tóth
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