ver.di weitet Warnstreiks in Druckindustrie aus

13. Mai 2005, 11:47
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Mehrere tausend Beschäftigte in Bayern, Hessen, Niedersachsen, Nordrhein-Westfalen, Hamburg und Schleswig-Holstein legten Arbeit nieder

Einen Tag vor den nächsten Tarifgesprächen in der deutschen Druckindustrie hat die Gewerkschaft ver.di ihre Warnstreiks ausgeweitet. In Bayern, Hessen, Niedersachsen, Nordrhein-Westfalen, Hamburg und Schleswig-Holstein legten nach Gewerkschaftsangaben am Dienstag mehrere tausend Beschäftigte die Arbeit nieder.

ver.di fordert für die 200.000 Arbeitnehmer der Druckindustrie 3,7 Prozent mehr Geld. Der Bundesverband Druck und Medien (bvdm) zeigte sich unbeeindruckt. "Wir haben damit gerechnet und waren vorbereitet", sagte bvdm-Sprecherin Yvonne Frenz in Wiesbaden.

"Horrorkatalog"

"Die Beschäftigten erwarten jetzt konkrete, tragfähige Vorschläge der Arbeitgeber sowie ein Lohnangebot und keinen Horrorkatalog aus verlängerten Arbeitszeiten, gekürzten Sonderzahlungen und Öffnungsklauseln", sagte ver.di-Tarifsekretär Andreas Fröhlich.

Nach dem Ende der Friedenspflicht am 1. Mai führten die Warnstreiks laut Gewerkschaft zu Beeinträchtigungen bei der Zeitungsproduktion in Köln, Bonn und Ostwestfalen. Auch in mehreren Städten Bayerns legten nach ver.di-Angaben in den Nacht- und Frühschichten rund 800 Beschäftigte die Arbeit nieder.

Lohnverhandlungen seit 16. März

Nach Angaben der Gewerkschaft ver.di legten in Hessen rund 300 Beschäftigte in mehreren Zeitungsdruckereien die Arbeit zum Teil ganztägig nieder. In Hamburg und Schleswig-Holstein beteiligten sich laut ver.di 1.500 bis 1.700 Mitarbeiter des Tiefdrucks, der Buchproduktion sowie von Zeitungsbetrieben. In Niedersachsen hätten Beschäftigte unter anderem in Hannover sowie in Braunschweig ihre Arbeit ausgesetzt.

In den am 16. März begonnenen Lohnverhandlungen habe sich laut bvdm-Sprecherin Frenz schon länger abgezeichnet, dass die Gewerkschaft alle Vorschläge der Arbeitgeberseite zur Öffnung des Manteltarifvertrages blockiere und auf Konfrontation setze. "In der jetzigen Wirtschaftslage ist jeder Streik für die Betriebe schädlich", betonte Frenz. Nach einer kurzen Erholung habe sich die Konjunktur in der Branche wieder negativ entwickelt. Die Verhandlungen werden an diesem Mittwoch in Frankfurt fortgesetzt. (APA/dpa)

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