betandwin meldet Rekordumsatz im Q1 - Aktie stürzt ab

13. Mai 2005, 19:16
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Vorsteuergewinn eingebrochen - Zahl der Sportwettkunden auf 225.048 mehr als verdoppelt - Umsatz stieg um 220 Prozent auf 437 Millionen Euro

Wien - Der börsenotierte Internet-Wettanbieter betandwin.com hat in der ersten drei Monaten 2005 den bisher höchsten Umsatz in einem Quartal eingefahren, beim Vorsteuerergebnis allerdings deutliche Einbußen hinnehmen müssen. Auch für die kommenden Quartale erwarte betandwin ein "entsprechend hohes Wachstumstempo", wobei die Potenziale der neu gewonnenen Kunden aus Ertragssicht jeweils erst im Verlauf der nachfolgenden Quartale ausgeschöpft werden könnten, hieß es am Dienstag in einer ad-hoc-Mitteilung.

Wie das Unternehmen Dienstagnachmittag ad hoc mitteilte, legte der Umsatz im ersten Quartal um 220 Prozent auf 437 Mio. Euro zu. Das EBIT fiel gegenüber dem Vorjahr um 6,8 Prozent von 1,43 auf 1,33 Mio. Euro zurück. Das Quartalsergebnis vor Steuern brach sogar um 29,3 Prozent von 1,87 auf 1,32 Mio. Euro ein. Die Bruttorohertragsmarge aus dem Wett- und Casinogeschäft sowie Games ging von 6,8 auf 5,4 Prozent zurück, die Nettorohertragsmarge aus dem Wett- und Casinogeschäft sowie Games reduzierte sich von 6,4 auf 5,0 Prozent.

Die Zahl der Sportwettkunden bezifferte betandwin mit insgesamt 225.048, den Angaben zufolge ein Plus von 214 Prozent. Die Brutto-Spielerträge wuchsen im ersten Quartal 2005 um 167 Prozent auf 24,7 Mio. Euro.

Aktie stürzt ab

Die betandwin-Aktie hat nach Vorlage der Quartalsergebnisse kräftig verloren. Das Papier, dessen Wert sich seit Jahresbeginn mehr als vervierfacht hatte, sackte in der ersten halben Stunde nach Bekanntgabe der Zahlen um 8 Prozent auf knapp 108 Euro ab. Den ATX zog die Aktie damit um 7,61 Punkte nach unten. Davor war betandwin im Tagesverlauf anhaltend im Plus gelegen. Bis zum Börseschluß konnte die Aktie noch etwas zulegen und ging bei 111 Euro (-5,45 Prozent) aus dem Handel.

Die Aufwendungen für Personal, Marketing sowie sonstige Aufwendungen stiegen im ersten Quartal um 207 Prozent auf 21,439 Mio. Euro. Davon entfielen 13,237 Mio. Euro auf Marketingaufwendungen (plus 395 Prozent), auf Personalaufwendungen 3,026 Mio. Euro (plus 56,8 Prozent).

Die Zahl der Mitarbeiter stieg im ersten Quartal von 159 auf 246 Beschäftigte. Im Laufe des Jahres sollen noch weitere Mitarbeiter - u.a. im Bereich Kundenservice und Zahlungsabwicklung - eingestellt werden.

betandwin beabsichtige, die durch die fortschreitende Deregulierung des europäischen Gaming-Marktes bietenden Marktchancen in Kontinentaleuropa auch in den folgenden Quartalen zu nutzen, hieß es weiter. Im April 2005 seien die vor Beginn des Jahres gesteckten Ertrags-, Kundenaktivitäts- und Neukundengewinnungsziele deutlich übertroffen worden.

Erste Bank will Kaufempfehlung vorerst beibehalten

Der Erste-Bank-Analyst Konrad Sveceny zeigte sich überrascht von der seiner Ansicht nach überzogenen Reaktion des Marktes auf die Erstquartalszahlen. "Man muss diese Reaktion aber natürlich unter dem Aspekt der Gewinnmitnahmen betrachten", so Sveceny zur APA. Insgesamt würden die Quartalszahlen aber einen solchen Kursabsturz nicht rechtfertigen, so der Experte weiter.

Die Umsätze lagen mit 440 Mio. Euro deutlich über den Erwartungen des Wertpapierexperten von 380 Mio. Euro. Das schwache Ergebnis führte er auf die hohen Marketingkosten zurück. "Derzeit fließt sehr viel Geld ins Marketing, das geht momentan auf Kosten des Gewinns", so Sveceny. "Die Anleger von betandwin.com investieren aber ohnehin nicht wegen der sprudelnden Gewinne", meinte der Analyst weiter. Er wird seine Anlageempfehlung "Buy" und das Kursziel von 150 Euro beibehalten. (APA)

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