Werkschau Maja Weiss und Peter Braatz auch nach "Crossing Europe" zu sehen

10. Mai 2005, 21:52
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Wiener cinemagic wiederholt das Tribute des Linzer Festivals an das slowenisch-deutsche Filmemacherpaar

Wien - Das Tribute des Linzer Filmfestivals Crossing Europe an das slowenisch-deutsche Filmemacherpaar Maja Weiss und Peter Braatz wird von Freitag (6. Mai) bis 10. Mai im Wiener cinemagic wiederholt. Ergänzt wird die Filmreihe um die Erstaufführung von Weiss' neuestem Film "Neznosna Lahkost Fotografiranja - Die Unerträgliche Leichtigkeit des Fotografierens" über den slowenischen Fotografen Joco Znidarsic, der zur Eröffnung gezeigt wird, sowie zwei Kurzfilmen von Braatz, die nicht in Linz zu sehen waren.

Die beiden Filmemacher sind über die gesamte Dauer der Retrospektive bei den Programmen anwesend. Präsentiert wird auch die eben erst erschienene Publikation "A World in Motion - The Films of Maja Weiss and Peter Braatz" mit Texten unter anderem von Braatz/Weiss, Jurij Meden und Crossing Europe-Intendantin Christine Dollhofer, teilte der Verein Lichtblick, Veranstalter in Kooperation mit dem Linzer Festival, in einer Aussendung mit.

Biografisches

Weiss und Braatz arbeiten, anders als andere Paare der Filmgeschichte, meist getrennt. Eine Gemeinsamkeit ihrer Arbeiten sind Grenzüberschreitungen, sowohl im geografischen Sinn als auch auf Gattungen und Genres bezogen. Filmemachen ist für die beiden eine Lebensform, die Kameralinse eine Grundlage für das Erfahren der Welt und das Nachdenken darüber. Das Paar ist seit 1993 verheiratet und lebt mit zwei Kindern in Laibach.

Maja Weiss, geboren 1965 in Novo Mesto, absolvierte die Filmakademie in Laibach und war schon für mehrere Kurz- und Dokumentarfilme ausgezeichnet worden, bevor sie 2002 mit ihrem bisher einzigen abendfüllenden Spielfilm "Varuh meje/Guardian of the Frontier" auf der Berlinale mit dem Manfred Salzgeber Preis für den innovativsten Film geehrt wurde. "Varuh meje" ist zugleich der erste in weiblicher Regie entstandene Spielfilm der slowenischen Filmgeschichte. Ihr jüngster Kurzfilm "Child in Time" lief im Wettbewerb der heurigen Berlinale.

Peter Braatz, geboren 1959 in Solingen, studierte an der Deutschen Film- und Fernsehakademie Berlin und arbeitet seither als unabhängiger Produzent und Regisseur vor allem für seine eigene Taris Filmproduktion. Als zentrale Figur der frühen deutschen Punkszene gründete er unter dem bis heute benutzten Zweitnamen Harry Rag die Punkband S.Y.P.H. ("Save Your Pretty Hearts"). Bis heute spielt Musik auch in seinen Filmen eine große Rolle, etwa bei Musikvideos für Bands wie Crime & The City Solution oder einem Konzertfilm über die Sex Pistols. 1985 wirkte er an den Dreharbeiten zu David Lynchs "Blue Velvet" mit,1986 an Wim Wenders' "Der Himmel über Berlin". (APA)

Tribut an Maja Weiss und Peter Braatz, von 6. bis 10. Mai im cinemagic, 1., Friedrichstr. 4, Karten unter Tel. 01-5864303
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