Gudenus: "Ich leugne keine Gräuel der Geschichte, noch relativiere ich diese"

3. Mai 2005, 14:40
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Bundesrat wehrt sich gegen Platter und "Parteiflüchtling" Gorbach, der "Wichtigtuerei" betreibe

Wien - Der früher freiheitliche Bundesrat John Gudenus wehrt sich gegen Vorwürfe von Verteidigungsminister Günther Platter (V) und Vizekanzler Hubert Gorbach (B). "Ich leugne keine Gräuel der Geschichte, noch relativiere ich diese", so der pensionierte Oberst am Dienstag in einem der APA übermittelten offenen Brief an Platter. Platter hatte Gudenus' Aussagen über Gaskammern in einem Brief als "beschämend" bezeichnet.

"Lassen Sie sich von Ihren Mitarbeitern den genauen Wortlaut meiner Bemerkungen sagen und unterstellen Sie mir keine niedrigen Motive. Werfen Sie mir das nicht vor, was ich weder gesagt noch gedacht habe", so Gudenus wörtlich. Es entspreche auch nicht "gutem offiziersmäßigem Stil", dass er aus den Medien von dem Brief erfahre. Gudenus an Platter: "Ich erkenne daraus, dass Sie keine Offiziersausbildung haben."

Zustimmung erhalten

Der pensionierte Oberst beruft sich zudem darauf, dass er Zustimmung von Bundesheer-Angehörigen erhalte: "Geben Sie einen Tagesbefehl heraus, aus dem hervorgeht, dass mich weder Offiziere im Ruhestand noch aktive Offiziere, auch Unteroffiziere, wohlmeinend anzuschreiben und anzurufen haben, wie dies zahlreich geschehen ist und noch geschieht."

Zu Gorbach meinte Gudenus in einer per Fax übermittelten "Presseaussendung", dessen Rücktritts-Aufforderung gegen ihn sei "Wichtigtuerei", weil der Vizekanzler ein "Parteiflüchtling" sei: "Gudenus regt daher an, dass Gorbach, bevor er Kritik an anderen übt, selbst mit sich Ordnung macht." (APA)

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