JoWooD weiter in der Verlustzone

10. Mai 2005, 10:15
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Ergebnisse im Q1 2005 tiefrot - Umsatzerlöse stiegen von 1,77 auf 2,38 Millionen Euro - 54 freie Mitarbeiter sollen werden abgebaut

Der steirische Computerspielehersteller JoWooD schreibt weiter tiefrote Zahlen. Nach dem Verlustjahr 2004 weist das börsenotierte Unternehmen für das erste Quartal 2005 einen Betriebsverlust (EBIT) von 3,48 Mio. Euro aus nach einem Gewinn von 455.000 Euro im gleichen Vorjahreszeitraum. Das Ergebnis vor Ertragsteuern drehte in den ersten drei Monaten von +286.000 Euro auf -3,68 Mio. Euro. Unter dem Strich fiel im Konzernergebnis ein Fehlbetrag von ebenfalls 3,68 Mio. Euro aus, nach +182.000 Euro im ersten Quartal 2004, gab JoWooD am Dienstag ad hoc bekannt. Die Umsatzerlöse stiegen von 1,77 auf 2,38 Mio. Euro.

Weiterer Mitarbeiterabbau bis Juni geplant

Auf Grund der Neustrukturierung des Unternehmens werde der Personalanteil der freien Mitarbeiter im Laufe des zweiten Quartales "sehr stark reduziert werden", teilte das Unternehmen weiter mit. Konkret müsse der "Großteil" der 54 freien Mitarbeiter, die als Tester arbeiten, bis Ende Juni das Unternehmen verlassen, sagte Oliver Ruetz, zuständig für Investor Relations bei JoWooD, am Dienstag auf Anfrage der APA.

JoWooD beschäftigte per Ende März 178 Mitarbeiter, davon 54 freie Mitarbeiter auf Teilzeitbasis, nach 177 im Vergleichszeitraum des Vorjahres (davon 49 freie Mitarbeiter).

Das Umsatzwachstum um 34 Prozent im ersten Quartal 2005 sei auch deshalb "positiv" zu bewerten, weil die ertrags- und umsatzstarken Titel des neuen Produktkatalogs erst in den Folgequartalen auf den Markt gebracht würden, so JoWooD. Das Umsatzplus stamme zum überwiegenden Teil aus dem Verkauf des bereits bestehenden Spielekatalogs.

Das Ergebnis des ersten Quartals sei dadurch geprägt, dass in dem in der Branche typischerweise ertragsschwachen ersten Quartal ein vergleichsweise hoher Abschreibungsblock zu verbuchen sei. In den Folgequartalen sei von einer Umkehrung dieses Effekts auszugehen, so JoWooD heute. Das negative Konzernergebnis von minus 3,7 Mio. Euro sei auf die zwar auslaufenden, aber noch sehr hohen Abschreibungen von Titeln zurückzuführen, die vierten Quartal 2004 veröffentlicht wurden.

"Restriktive Abschreibungspolitik"

JoWooD verfolge eine "sehr restriktive Abschreibungspolitik", wobei nach spätestens einem Jahr den Umsatzerlösen keine Abschreibungsaufwendungen mehr gegenüber stünden. Im Vergleichszeitraum des Vorjahres sei die Abschreibung hingegen noch proportional zu den realisierten Umsätzen durchgeführt. Das Betriebsergebnis (EBIT) und das Konzernergebnis seien daher im Vergleichszeitraum des Vorjahres nur eingeschränkt mit dem ersten Quartal vergleichbar.

Erstmals nach vier negativen Quartalen habe JoWooD einen positiven operativen Cash Flow in dem üblicherweise ertragsschwachen ersten Quartal in der Höhe von 540.000 Euro erzielt. Die Bilanzsumme sei von 46,3 auf 31,9 Mio. Euro gesenkt worden. Bei den Finanzverbindlichkeiten sei es laufzeitbedingt zu einer Umgliederung vom langfristigen zum kurzfristigen Bereich gekommen.

Bearbeitung neuer Märkte

Das erste Quartal sei durch eine intensive Bearbeitung neuer strategischer Märkte geprägt gewesen. In kurzer Zeit seien eine Reihe von neuen internationalen Publishing- und Distributionspartnern für den Spielekatalog 2005/06 gewonnen werden. Im ersten Quartal seien noch keine neuen Titel veröffentlicht worden, für das zweite Quartalsei die Auslieferung von Yeti Arctic Adventures, per Ende des dritten Quartals der Release von Stargate I geplant.

Ein weiterer Schwerpunkt sei auf der Neustrukturierung bestehender Kundenbeziehungen und der Anpassung des Vertragswerks zur Vermeidung von Risiken aus Preisprotektions- und Lagerwertausgleichen gelegen, die im Zuge der Jahresabschlusserstellung zu einem erheblichen Wertberichtigungsbedarf bei Forderungen geführt haben. Weitere Maßnahmen betreffen fortlaufende Kosten- und Prozessoptimierungen sowie die Effizienzsteigerung des internen Kontrollsystems des Unternehmens. (APA)

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