BIG hat fast alle Wohnungen verkauft

20. Mai 2005, 16:42
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Zwei Bewerber für Luxushotel Riemergasse - Finanz-Areal bei der Himmelpfortgasse "größte Baustelle" auf absehbare Zeit - Weiteres Wachstum geplant

Wien - Auch nach dem Verkauf der großen Wohnungs-Pakete will die Bundesimmobiliengesellschaft (BIG) in den kommenden Jahren gezielt wachsen, vor allem mit Liegenschaften des Bundes, die ihr bisher noch nicht übertragen worden sind. In den vergangenen zehn Jahren hat die BIG knapp 8.800 Wohnungen mit 720.000 m2 Nutzfläche für 348 Mio. Euro verkauft. 350 Einheiten sollen noch heuer folgen, die verbleibenden gut 1.000 Dienst- und Naturalwohnungen gelten als unverkäuflich. Größte Projekte sind das Finanzministeriums-Areal an der Kärntner Straße sowie das geplante Luxushotel am Standort des früheren Handelsgerichts in der Riemergasse in Wien.

Noch zwei internationale Hotelbetreiber sind für die Riemergasse in der engeren Wahl, sagte BIG-Geschäftsführer Christoph Stadlhuber am Dienstag im Bilanzpressegespräch. Bis Herbst sollen die Gespräche mit dem Bundesdenkmalamt beendet sein und auch die neue Widmung vorliegen. Baubeginn soll bis Herbst 2006 sein. Außer dem Hotel sind 2.000 m2 exklusive Wohnungen sowie im Erdgeschoss Shops geplant.

Für das Areal an der Kärntner Straße zwischen Himmelpfort- und Johannesgasse, das die staatliche BIG für 50 Mio. Euro erworben hat, liegen nach der im April erfolgten öffentlichen Ausschreibung zwölf indikative Angebote vor. Zur Realisierung des Büro-Wohn-Hauses sollen die Beamten ab Ende 2006 für vier Jahre vorübergehend im bis dahin sanierten früheren Statistik-Austria-Gebäude in der Hinteren Zollamtsstraße residieren. Nach Ende der auf absehbare Zeit größten Baustelle der BIG mit 30.000 m2 Nutzfläche sollen die Finanzbeamten zurückkehren - aber in das "verdichtete" benachbarte Winterpalais.

Umsatzerlöse konnten gesteigert werden

2004 konnte die BIG ihre Umsatzerlöse weiter von 677 auf 688 Mio. Euro steigern, obwohl im Jahr davor ein großes Wohnungspaket veräußert worden ist. Mehr als 80 Prozent davon resultieren aus Mieteinnahmen. Der Wert des Portfolios mit 6,8 Mio. m2 ist bereits auf rund 3,6 Mrd. Euro angewachsen. Ebenso hoch ist mit 3,65 Mrd. Euro der Schuldenstand der BIG, und der ist 2004 laut Co-Geschäftsführer Herbert Logar auch nicht gesunken. 192 Mio. Euro wurden 2004 in Neubau oder Generalsanierung investiert, 143 Mio. Euro in Instandhaltungen.

Von den 46 Mio. Euro Bilanzgewinn muss die BIG an den Bund 5 Mio. Euro Dividende ausschütten, der Rest fließt ins Eigenkapital der Gesellschaft und steht für weitere Finanzierungen zur Verfügung. Insgesamt legte das Eigenkapital von 398,7 auf 422 Mio. Euro zu, die Quote stieg von 9,6 auf 10,1 Prozent. Neben den 5 Mio. Euro Dividende bekommt der Eigentümer 55 Mio. Euro aus Nachbesserungsverpflichtungen aus dem Verkauf von Liegenschaften, womit heuer in Summe 60 Mio. Euro an den Bund gehen. Im Jahr davor hatte die Dividende 27,5 Mio. Euro und die Nachbesserungen knapp unter 50 Mio. Euro betragen.

Keiin Anlass für Börsegang

Für einen Börsegang sehen die BIG-Geschäftsführer keinen Anlass, schließlich benötige man kein Geld. Auch Immofonds seien für das Unternehmen zur Zeit kein Thema. Eine weitere Anleihe plant die BIG derzeit nicht. Die Kapitalmarktfähigkeit untermauern will man nun mit der Umstellung der Bilanz auf IFRS, zunächst 2005 mit einer Eröffnungsbilanz. 2007 will man dann komplett IFRS-fähig sein. (APA)

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