Tschechien: Neuer Premier schließt "humanitäre Geste" an Vertriebene nicht aus

5. Mai 2005, 11:00
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Paroubek: Für der Tschechoslowakei loyal gesinnte Sudetendeutsche

Prag - Der neue tschechische Ministerpräsident Jiri Paroubek hat eine "humanitäre Geste" der Prager Regierung an die Adresse der deutschen Nachkriegsvertriebenen nicht grundsätzlich ausgeschlossen. "Es sollte jedoch nur Menschen betreffen, die 1938 (bei der Zerschlagung der Tschechoslowakei durch Hitler-Deutschland; Anm.) loyal zur Tschechoslowakei waren", sagte der Sozialdemokrat der Prager Tageszeitung "Mlada fronta Dnes" (Dienstag-Ausgabe). Dies würde wohl "nur ein kleiner Teil der Sudetendeutschen" sein, betonte der 52-Jährige. Er sehe die Frage aber "nicht auf der Tagesordnung".

Über eine derartige Geste wird in Tschechien seit Jahren kontrovers diskutiert. Einer der Vorschläge sieht eine symbolische Zahlung für deutsche Vertriebene vor, die trotz anti-faschistischer Aktivitäten zwangsausgesiedelt wurden. Eine andere Idee ist eine Zahlung an Angehörige der deutschen Minderheit, die nach dem Zweiten Weltkrieg diskriminiert wurde. Vor Kurzem hatte sich auch der christdemokratische Außenminister Cyril Svoboda für eine solche "Geste" ausgesprochen. (APA/dpa)

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