Druckfusion von Bertelsmann und Springer ohne Auflagen gebilligt

17. Mai 2005, 20:51
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Preiserhöhungen nicht zu erwarten, da Konkurrenten ihre Kapazitäten erweitern

Die deutschen Medienriesen Bertelsmann und Axel Springer dürfen den größten europäischen Tiefdrucker bilden. Trotz klarer Marktführerschaft beim Zeitschriften-Tiefdruck in Deutschland billigte die EU-Kommission das neue Joint Venture ohne Wettbewerbsauflagen. Preiserhöhungen seien nicht zu erwarten, da Konkurrenten ihre Kapazitäten erweitern und für Wettbewerb sorgen könnten, teilte die EU-Behörde am Dienstag in Brüssel nach der sechsmonatigen Wettbewerbsprüfung mit.

Die Kommission hatte das Vorhaben besonders gründlich geprüft, da sie zunächst eine Wettbewerbsbehinderung befürchtete. In der Tat könne bei Zeitschriften, Katalogen oder Werbebeilagen der Tiefdruck nicht durch die Offset-Technik ersetzt werden, berichtete die EU- Behörde.

5.000 Mitarbeiter

Es gebe jedoch Druckereien in den Niederlanden, Frankreich und Italien als potenzielle Konkurrenten in Deutschland. Beim Zeitschriften-Tiefdruck hat das neue Unternehmen auf dem Heimatmarkt einen Anteil von fast 50 Prozent. Ein Antrag des Bundeskartellamtes, die Fusion in Deutschland zu prüfen, war von Brüssel zurückgewiesen worden.

Geplant ist die Zusammenlegung der Sparten von Axel Springer mit Arvato und Gruner + Jahr (beide Bertelsmann). Die Unternehmen beschäftigen zusammen rund 5.000 Mitarbeiter und führen Betriebe in Ahrensburg, Darmstadt, Dresden, Itzehoe und Nürnberg. Eine geplante Großdruckerei von Arvato im britischen Liverpool soll ebenfalls Bestandteil der Fusion werden. An dem neuen Unternehmen sollen Arvato und Gruner + Jahr jeweils mit 37,45 Prozent sowie Springer mit 25,1 Prozent beteiligt sein. (APA/dpa)

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