Hofer bringt 64-Bit Laptop – mit 32-Bit Windows

12. Mai 2005, 18:44
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Ein Beleg dafür, dass das neue 64-Bit-Windows noch einen weiten Weg vor sich hat - Es fehlen Treiber und Programme

Seit 1996 bietet der Lebensmittel-Diskonter Hofer Computer an, seit damals werden die Filialen an den jeweiligen Aktionstagen leergeräumt.

Weltneuheit

Am kommenden Montag, 9. Mai, wartet der Lebensmittelhändler mit einer - laut Prospekt - "exklusiven Weltneuheit" auf: einem Laptop mit einem 64-Bit AMD Turion Mobile Prozessor und einer ATI Mobility Radeon X600 mit 128 MB PCI Express Grafikkarte von Gericom.

Für das Gerät muss man 1299 Euro auf den Ladentisch legen.

Ausstattung

Ausgestattet ist das "1st Supersonic PCIE" getaufte Gerät mit einer 100 GB Festplatte, 1.024 MB Arbeitsspeicher, einem 15-Zoll Display, DVD-Brenner, TV-Karte samt Fernbedienung und Wireless Lan.

Weiter Weg

Als Betriebssystem kommt das 32-Bit Windows XP Home zum Einsatz. Für Beobachter ein Beleg dafür, dass vor zwei Wochen von Microsoft veröffentlichte Windows XP Professionell x64 Edition einen weiten Weg vor sich hat - da es bisher kaum Treiber und Programme für das 64-Bit Windows gibt. Ein Umstand, der sich auch in den nächsten Monat kaum ändern wird. Der Einsatz des 32-Bit Windows auf einem 64-Bit Rechner bringt allerdings ein Mehr an Performance.

Langfristig

Langfristig hingegen führt allerdings kein Weg an der 64-Bit-Technik vorbei. Sie bringt vor allem grafik- und audiointensiven Anwendungen wie Spielen, Multimediaanwendungen, Videobearbeitung oder Architekturprogramme große Vorzüge, während Standardanwendungen wie Office oder Mail sich dagegen nur wenig verändern.

64-Bit-Prozessoren bringen deutlich mehr Reserven

Die 64-Bit-Architektur hat die theoretische Grenze der Kapazität des Arbeitsspeichers auf 16 Exabyte erhöht - das Viermilliardenfache des heutigen Limits von 4 Gigabyte RAM. Zwar erreichen heute erst wenige Rechner diese Maximalkapazität der herkömmlichen 32-Bit-Technik, doch deren Limitierungen werden allmählich spürbar. 64-Bit-Prozessoren bringen deutlich mehr Reserven - und das mit minimalem Aufpreis.

Im Serverbereich etabliert

Schon vor rund zwei Jahren brachten die Chiphersteller Intel und AMD 64-Bit-Chips auf den Markt, die jedoch bisher fast ausschließlich bei Servern mit den Betriebssystemen Linux, Unix sowie einer speziell für den Intel-Itanium-Chip herausgebrachten Windows-Version zum Einsatz kamen. Der von Apple verwendete Apple PowerPC G5 ist gleichfalls ein 64-Bit-Prozessor; auch in Hochleistungsrechnern wie bei Sun kommen 64-Bit-Chips zum Einsatz.

Umtausch

Die 64-Bit-Versionen des Windows Servers und Windows XP Professional Edition sind seit Ende April 2005 zum gleichen Preis wie die entsprechenden 32-Bit-Versionen erhältlich. Kunden, die mit 64-Bit-Hardware eine 32-Bit-Version von Windows gekauft haben, können diese gegen die x64-Version austauschen.(red)

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