Deutsche Bank dürfte britische Privatkunden-Fondssparte behalten

26. Mai 2005, 19:53
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Analysten schätzen den Wert des britischen Fondsmanagements auf etwa 400 Millionen Pfund - Vermögensverwaltungsgeschäft soll verkauft werden

Frankfurt - Die Deutsche Bank will einem Bericht der Londoner "Times" zufolge an ihrem britischen Fondsgeschäft für Privatanleger festhalten und dieses in die Tochter DWS integrieren.

Deutschlands größtes Geldhaus sei nach einer umfangreichen Überprüfung von einem Verkauf abgerückt, berichtete die Zeitung am Dienstag. Der Bereich, der geschätzte 2,5 Mrd. Pfund (rund 1,7 Mrd. Euro) an Vermögen verwaltet, solle in die Fondstochter DWS integriert werden. Zugleich treibe das Institut den Verkauf des weitaus größeren - auf rund 47 Mrd. Pfund taxierten - institutionellen Vermögensverwaltungsgeschäfts voran.

Deutsche Bank kommentiert Bericht nicht

Ein Sprecher der Deutschen Bank in Frankfurt lehnte am Dienstag eine Stellungnahme ab. Finanzchef Clemens Börsig hatte am Freitag gesagt, eine Entscheidung sei noch nicht gefallen. Man komme aber bei der Bewertung der Situation gut voran.

Das britische Fondsmanagement der Deutschen Bank entwickelt sich seit mehreren Quartalen defizitär und verzeichnet Mittelabflüsse. Das Kreditinstitut erwägt deshalb den Verkauf, hat aber auch die Sanierung als Option genannt. Analysten schätzen den Wert des britischen Fondsmanagements auf etwa 400 Mio. Pfund.

Nach Angaben aus mit der Situation vertrauten Kreisen liegen der Deutschen Bank vorläufige Offerten von Lloyds TSB und BNP Paribas vor. Einem Bericht zufolge hat auch Old Mutual aus Südafrika ein Angebot abgegeben. (APA/Reuters)

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