Fall von Kinderlähmung in Indonesien

4. Mai 2005, 17:14
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Erstmals nach zehn Jahren kehrt Krankheit zurück - Groß angelegte Impfkampagne als Gegenmaßnahme

Jakarta - Indonesien hat erstmals seit zehn Jahren wieder einen Fall von Kinderlähmung entdeckt und darauf mit einer Impfkampagne für mehr als fünf Millionen Kinder reagiert. Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) bescheinigte den indonesischen Behörden am Dienstag, umfassend und schnell auf den am 21. April in einem Dorf in Westjava entdeckten Fall reagiert zu haben.

5,2 Millionen Kinder werden geimpft

"Bis zum 27. April wurde die Überwachung erledigt und in vier umliegenden Dörfern geimpft", erklärte der WHO-Arzt Bardan Rana in Jakarta. Es handle sich um einen importierten Fall; ein 20 Monate altes Kind habe sich vermutlich bei einem aus dem Ausland kommenden Wanderarbeiter oder Touristen angesteckt. Es seien noch einige weitere Polio-Erkrankungen zu erwarten, Jakarta habe aber alles getan, um die Krankheit unter Kontrolle zu bekommen. Bis Juli sollen 5,2 Millionen Kinder geimpft werden.

Auch in Nigeria läuft wieder Impfprogramm

Indonesien ist das 16. vormals Polio-frei Land, in dem nach einem elfmonatigen Impfboykott in Nigeria Fälle von Kinderlähmung wieder aufgetreten sind. Seit vergangenen Juli läuft auch in Nigeria wieder das WHO-Impfprogramm. Der nigerianische Polio-Virus ist bisher in Sudan, Saudi-Arabien und Äthiopien sowie elf weiteren afrikanischen Ländern nachgewiesen worden. Kinderlähmung kommt immer noch neben Nigeria in Afghanistan, Ägypten, Indien, Niger und Pakistan vor. Im vergangenen Jahr wurden 1.267 Fälle gemeldet, 792 davon in Nigeria. Zu Beginn des WHO-Programms gegen Polio 1988 erkrankten weltweit jährlich 380.000 Menschen an Kinderlähmung. (APA/AP)

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