Ungarn verlangt Produktionsminderung in rumänischer Goldmine

3. Mai 2005, 20:44
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Entscheidung muss sofort umgesetzt werden - Mine verursachte Umweltkatastrophe

Budapest - Fünf Jahre nach einer Umweltkatastrophe, bei der aus einer rumänischen Goldmine Zyanid austrat und den ungarischen Fluss Theiß vergiftete, muss das betreffende Bergwerk seine Produktion um 85 Prozent reduzieren. Das hat ein Gericht in Budapest am Montag entschieden.

Die Entscheidung müsse sofort umgesetzt werden, obwohl sie rechtlich anfechtbar sei, sagte der Repräsentant Ungarns in dem Prozess, berichtete die ungarische Nachrichtenagentur MTI. Rumänien müsse das jetzt aufgrund eines bilateralen Rechtshilfeabkommens durchsetzen.

Schwere Umweltschäden

Im Jänner 2000 war in der rumänischen Goldmine Baia Mare nahe der ungarischen Grenze der Deich einer Klärbeckens nach Dauerregen geborsten, so dass das Zyanid aus dem Klärschlamm in die Flüsse geriet. Flora und Fauna in der ungarischen Theiß brauchten Jahre, um sich zu erholen. Ungarn beansprucht von der Betreiberfirma Aurul, die heute zu 50 Prozent der australischen Firma Transgold gehört, Schadenersatz in Höhe von 28,8 Milliarden Forint (115,2 Mio Euro). Doch sei immer noch nicht klar, ob diese Frage nach rumänischem oder nach ungarischem Recht geklärt werden muss. (APA/dpa)

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