Erste Opfer sagen in Portugals größtem Kinderschänder-Prozess aus

3. Mai 2005, 20:52
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Keine Gegenüberstellungen - Dutzende Waisenkinder jahrelang missbraucht - 800 Zeugen geladen

Lissabon - Fünf Monate nach dem Beginn des größten Kinderschänderprozesses in der Geschichte Portugals haben am Montag unter Ausschluss der Öffentlichkeit die Aussagen der Opfer begonnen. Als Erster wurde ein heute 19-Jähriger gehört, dessen Identität geheim gehalten wurde. Insgesamt sollen 30 der missbrauchten Heimkinder aussagen. Gegenüberstellungen der Opfer mit den mutmaßlichen Tätern werden dabei vermieden.

Unter den sieben Angeklagten sind der populärste Showmaster des portugiesischen Fernsehens und ein renommierter Ex-Botschafter. Laut Anklageschrift haben sich die Beschuldigten jahrelang an Dutzenden von Kindern aus staatlichen Waisenheimen vergangen. Der Hauptangeklagte ist der frühere Hausmeister der staatlichen Heimkette "Casa Pia", Carlos Silvino, genannt "Bibi". Dem 48-Jährigen werden über 600 Fälle von Kinderschändung zur Last gelegt. Zudem soll er Prominenten gegen Geld Heimkinder für Sexorgien zugeführt haben.

Bestürzung

Der im November 2002 aufgedeckte Pädophilie-Skandal hatte unter den Portugiesen schwere Bestürzung ausgelöst und das ganze Land in eine moralische Krise gestürzt. Bis auf Silvino bestreiten alle Angeklagten die Vorwürfe. In dem Prozess sind fast 800 Zeugen geladen. (APA/dpa)

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