Klasnic vertagt Übernahme von Herberstein

3. Mai 2005, 20:44
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Entscheidung soll in den Landtag verschoben werden - SPÖ nennt ÖVP "unverschämt"

Graz - Tiere sind derzeit ein Hauptthema im steirischen Wahlkampf. Denn der vom Land stets mit großzügigen Förderungen bedachte oststeirische Tierpark Herberstein muss nach Ansicht seiner Besitzerin Andrea Herberstein bis Oktober schließen, wenn nicht das Land den defizitären Betrieb übernehme.

Am Montag war die Zukunft der 130 Tierarten auf der Tagesordnung der steirischen Regierungssitzung. Vor der Sitzung verteilten Mitglieder der Jungen Generation (JG) der SPÖ als Esel und "Gräfin" Andrea Herberstein verkleidet vor der Burg Karikaturen von Landeshauptfrau Waltraud Klasnic. "Tischlein in Herberstein deck dich, Steuerzahler, du Esel streck dich", sagt eine Comic-Klasnic,

"Wer Kinder, Blumen und Tiere nicht mag, der ist ohnehin kein guter Mensch", kontert die "echte" Klasnic kurz nach der Regierungssitzung, in der die von der VP goutierte Übernahme von Herberstein nicht wie geplant beschlossen wurde. Die VP selbst hatte das Stück zurück gestellt.

In der selben Sitzung brachte die SPÖ einen Abänderungsantrag ein, in dem vor allem die "unverschämten" zusätzlichen Pachtzahlungen von 300.000 Euro jährlich auf 64.300 reduziert wurden.

Die ÖVP wolle nun alle mitreden lassen und eine "konsensuale Lösung" finden, so Tourismuslandesrat Hermann Schützenhöfer. Zu diesem Zweck sollen sich nächsten Montag SPÖ, ÖVP, FPÖ sowie Vertreter der Herberstein OEG und Leopold Gartler, der ein Übernahme-Konzept für das Land entworfen hat, an einen Tisch setzen. Dann soll der Fall nochmals in den Landtag.

SP-Chef Franz Voves kritisiert: "Weil Klasnic das nicht selber ihrer Freundin Herberstein ausrichten will, soll es der Landtag machen". (cms/DER STANDARD, Print-Ausgabe, 03.05.2005)

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