Hintergrund: Gut 3.500 Bewerber aus mehr als 100 Parteien treten an

6. Mai 2005, 03:48
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Drei große landesweite Parteien, Labour in Umfragen klar voran - Mit Infografik

London - Großbritannien wählt am Donnerstag ein neues Unterhaus. Die Labour Party von Premierminister Tony Blair liegt in den Umfragen klar vor den Konservativen und den Liberaldemokraten. Im folgenden einige statistische Angaben zur Wahl:

Zur Wahl stehen 646 Sitze im Unterhaus - 529 in England, 59 in Schottland, 40 in Wales und 18 in Nordirland. Für eine Regierungsmehrheit werden 324 Sitze benötigt.

Bei der letzten Wahl 2001 waren 659 Sitze zu vergeben. Labour erhielt damals 40,7 Prozent der Stimmen und 412 Sitze, die Konservativen kamen auf 31,7 Prozent und 166 Sitze, die Liberaldemokraten auf 18,3 Prozent und 52 Sitze.

Drei große landesweite Parteien

Die größten landesweiten Parteien sind die sozialdemokratische Labour Party, die Konservative Partei und die Liberaldemokratische Partei. Regional treten die Parteien Plaid Cymru in Wales, die Ulster Unionists in Nordirland, die IRA-nahe Sinn Fein sowie kleinere Außenseiter an. Insgesamt kandidieren gut 3.500 Bewerber aus mehr als 100 Parteien und Gruppierungen.

Der Vorsitzende der siegreichen Partei wird automatisch Premierminister. Die Parteivorsitzenden sind der 51-jährige Tony Blair von der Labour Party, der 63-jährige Michael Howard von den Konservativen und der 45-jährige Charles Kennedy von den Liberaldemokraten.

Amtliches Wahlergebnis am Freitag

Die Wahllokale öffnen um 07.00 Uhr Ortszeit (08.00 Uhr MESZ) und schließen um 22.00 Uhr (23.00 Uhr MESZ). Die ersten Ergebnisse werden um Mitternacht (01.00 Uhr MESZ) erwartet, das amtliche Endergebnis wird am Freitag bekannt gegeben. Eine Ausnahme bildet Nordirland, dort wird erst in der Nacht zum Samstag mit Ergebnissen gerechnet.

Wahlberechtigt sind 44,2 Millionen Bürger, die älter als 18 Jahre sind und die britische Staatsbürgerschaft haben. Nicht wählen dürfen die Mitglieder des Oberhauses, Häftlinge sowie Bischöfe und Erzbischöfe der Anglikanischen Staatskirche.

2001 lag die Wahlbeteiligung bei 59 Prozent, das war der niedrigste Wert seit 1918. 1997 hatten noch 70,9 Prozent der Wahlberechtigten ihre Stimme abgegeben.

Nach Bekanntgabe des Ergebnisses beauftragt Königin Elisabeth II. den Vorsitzenden der siegreichen Partei mit der Regierungsbildung. Die zweitplatzierte Partei wird zur Offiziellen Opposition Ihrer Majestät ernannt. Die Mitglieder des Unterhauses werden am 13. Juni vereidigt, das Parlament kommt am 20. Juni zu seiner konstituierenden Sitzung zusammen.

Die konservativen Torys erzielten ihr bestes Ergebnis 1983 unter Margaret Thatcher mit 397 Sitzen. Das schlechteste Ergebnis erfolgte 1997 mit 165 Sitzen.

Die Labour-Party erzielte ihr bestes Ergebnis 1997, als sie 418 Sitze gewannen. Bei ihrem schlechtesten Abschneiden 1983 kam die Partei nur auf 209 Sitze.

1918 erhielten Frauen, die älter als 30 Jahre waren, das Wahlrecht. Ab 1928 durften Frauen und Männer über 21 wählen. 1969 wurde das Mindestalter auf 18 Jahre herabgesetzt. (APA/AP)

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